So sponsert die Stadt unsere Kultur

Rekordhaushalt macht Eintrittspreise günstiger

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Das Deutsche Theater.

München - Die Stadt nahm 2014 mehr an Steuern und Gebühren ein als je zuvor. Das bedeutet auch: mehr Geld für Freizeit und Kultur. Die tz listet auf, wie viel die Stadt pro Eintrittkarte zuschießt.

So zufrieden war Stadtkämmerer Ernst Wolo­wicz (SPD) noch nie: München nahm 2014 mehr an Steuern und Gebühren ein als je zuvor. Und somit kann die Stadt ihre Schulden auf das Niveau von 1985 zurückfahren. Das bedeutet aber auch: mehr Geld für Freizeit und Kultur. Die tz listet auf, wie viel die Stadt pro Eintrittkarte zuschießt (unten).

Kämmerer Ernst Wolowicz.

„Kultur rechnet sich nicht, aber sie zahlt sich aus!“ Dieser alte Leitspruch von der Münchner Kultur-Ikone August Everding wird auch bei der Stadt groß geschrieben. Zahlreiche Institutionen werden subventioniert – vor allem Bildung und Kultur kann und will die Stadt aus sozialen Gründen nicht alleine über Eintrittsgelder oder Gebühren finanzieren.

So ist die Kinderbetreuung einer der größten Zuschussnehmer. Auch die städtischen Bühnen oder Museen decken ihre Kosten nicht mit den Eintrittsgeldern. Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers ist zufrieden: „Der städtische Etat für die Kultur liegt bei ca. 184 Millionen Euro. Das ist ein guter Wert, mit dem sich die Stadt zur Kultur bekennt“, sagt der SPD-Politiker der tz. Und ergänzt: „Kultur ist auch ein wichtiger Reisegrund für die über 13 Millionen Übernachtungsgäste, die hier Geld ausgeben.“

Die Kammerspiele in der Maximilianstraße.

Im städtischen Haushalt ist heuer tatsächlich jede Menge Musik – sprich: Spielraum drin. Im vergangenen Jahr konnten im Rathaus ein Überschuss von 1,18 Milliarden Euro erzielt werden. Wolowicz „frohe Botschaft“: neuer Rekord bei der Gewerbesteuer mit 2,239 Milliarden Euro. Insgesamt nahm die Stadt 3,8 Milliarden Euro an Steuern ein. 60 Millionen sind für den Schuldenabbau, damit ist das Rathaus noch mit 908 Millionen Euro in der Kreide. Die restliche Überschuss-Milliarde kommt auf die hohe Kante, angelegt in konservative Investments – vor allem in „deutsche Staatsanleihen, gut dinglich gesicherte Hypotheken oder Festgelder“.

Das übrige Geld wird dringend gebraucht. „Der Investitionsbedarf ist immens“, so Wolowicz – Stichwort: neue U-Bahnlinien.

Subventionen für Kitas, Kultur und Freizeit

Einrichtung Zuschuss Nutzer Deckungsgrad*
1 Kindertagesstätten 192 Millionen € keine Angabe 17,6 Prozent
2 Stadtbibliothek 38 Millionen € 13.096.382 8,5 Prozent
3 Kammerspiele 32 Millionen € 124.582 14,5 Prozent
4 Olympiapark 20 Millionen € 3 Millionen 65,2 Prozent
5 Philharmoniker 17 Millionen € 198.862 34,9 Prozent
6 Stadtmuseum 15 Millionen € 192.814 6,3 Prozent
7 Volkshochschule 12 Millionen € 2.460.256 63,9 Prozent
8 Volkstheater 8 Millionen € 114.000 21,3 Prozent
9 Deutsches Theater 3 Millionen € 52.165 31 Prozent
10 Tierpark Hellabrunn 2 Millionen € 1.717.473 97,1 Prozent

* Der Deckungsgrad gibt an, wie viel Prozent der Ausgaben durch eigene Einnahmen gedeckt sind; Quelle: Landeshauptstadt München

So viel legt die Stadt pro Eintrittskarte drauf

  • Kammerspiele: 200 Euro
  • Philharmoniker: 84 Euro
  • Stadtmuseum: 77 Euro
  • Volkstheater: 70 Euro
  • Deutsches Theater: 59 Euro
  • Olympiapark: 6,50 Euro
  • Tierpark: 1,21 Euro

Johannes Welte

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