Schlappe für Schauspieler Max Tidof

Stadt verbietet Raucher-Lesung

+
Will ohne Kippe nicht leben: Max Tidof (50).

München - Es sollte wie in alten Zeiten werden: Gemütlich im Warmen hocken, ein Glaserl trinken, dazu ungestört Zigaretten rauchen. Doch die Stadt erteilt Schauspieler Max Tidof eine Abfuhr.

Der Münchner Schauspieler und bekennende Kettenraucher Max Tidof (50) hatte für Dienstagabend ein Lesung mit Rauch-Erlaubnis in geschlossener Gesellschaft geplant. Jetzt hat ihm das KVR einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Rauchverbote in den Bundesländern

Rauchverbote in den Bundesländern

Auf der Internetseite des Fraunhofer-Theaters war der Abend mit Texten des Filmemachers Luis Buñuel als ein „literarisches Happening“ angekündigt. Weiter heißt es: „Dies geschieht unter anderem durch den Vorgang des Rauchens und des Trinkens. Willkommen in einer Zeit, in der (...) ein Leben ohne Tabak und Alkohol nicht vorstellbar war.“ Die geschlossene Veranstaltung sollte durch vorherige Anmeldung und Einladung möglich gemacht werden.

Dann, am vergangenen Freitag – Tidof hatte alle Texte ausgewählt, die Proben mit seinem Musiker waren abgeschlossen – plötzlich ein Fax des Kreisverwaltungsreferates: Darin untersagt ihm die Stadt die Veranstaltung. Die Begründung: Eine echte geschlossene Gesellschaft liege in diesem Fall nicht vor, unter anderem weil die Teilnehmer nicht wie bei einer Familienfeier in einer Beziehung zueinander stünden und hier zudem Eintritt verlangt werde. Eine Privatperson hatte Tidof beim KVR angeschwärzt.

Der Raucher-Rebell, der wegen des Rauchverbots schon vors Bundesverfassungsgericht gezogen ist, ist sauer: „Das ist absurd. Die Veranstaltung hätte in einem geschlossenen Raum stattgefunden. Jeder, der sich hierfür angemeldet hat, wusste, auf was er sich einlässt.“

Tidof selbst könnte als Künstler trotz des Verbots bei der Lesung rauchen. Dennoch hat er sich entschieden, die Raucher-Lesung abzublasen: „Das Rauchen war ein wichtiger Bestandteil. Außerdem hatten einige Zuschauer sich ja genau deswegen angemeldet und wären nun enttäuscht. Wenn Buñuel sehen würde, wie es heute hier zugeht, würde er weinen.“ Tidof gibt nicht auf. „Vielleicht werde ich nächstes Mal einen Raum anmieten …“

nba.

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Signalstörung bei der S1 ist behoben
S-Bahn: Signalstörung bei der S1 ist behoben
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ

Kommentare