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An der Marsstrasse

Stadt verkleinert Zentrum für junge Flüchtlinge

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Bei der Einweihung des Young Refugee Center im April 2016 zeigte Leiterin Carolin Rapp (v. li.) OB Dieter Reiter, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß die Einrichtung.

Wegen der geringeren Zahl an Neuankömmlingen soll die Einrichtung bald auch Münchner Jugendlichen dienen. 

München - Weil die Zahl der ankommenden Geflüchteten stark zurückgegangen ist, wird das Ankunftszentrum für junge Flüchtlinge an der Marsstraße verkleinert. Für die frei werdenden Bereiche des Gebäudes hat die Stadt Pläne: Schon 2018 soll hier das „Münchner Kinder- und Jugendschutzhaus“ entstehen.

Am 18. April 2016 war es an den Start gegangen: das Young Refugee Center (YRC), das bundesweit erste Zentrum für die Erstversorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Für die Anlaufstelle hatte die Stadt einen siebenstöckigen Bürobau an der Marsstraße 19 gemietet und umbgebaut. Hier werden die jungen Menschen seither registriert, ärztlich untersucht sowie pädagogisch und psychologisch betreut, bis geklärt ist, wo sie im Anschluss aufgenommen werden.

Lesen Sie hier: Uli Hoeneß trommelt für das neue Ankunftszentrum

Künftig 69 statt 135 Plätze 

Nun, nur ein Jahr später, sind in dem Zentrum dauerhaft so viele Betten leer, dass das Sozialreferat handelt. Anstatt von 135 Plätzen wird es künftig nur noch 69 geben. Die monatlichen Betriebskosten werden dann um rund 200.000 Euro sinken, wie aus der Vorlage von Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) hervorgeht, die heute dem Kinder- und Jugendhilfeausschuss vorgelegt wird. Pro Jahr spart die Stadt so 2,4 Millionen Euro ein.

In den ersten acht Wochen des Jahres 2017 kamen im Schnitt nur 18 junge Flüchtlinge pro Woche an. Hochgerechnet sei heuer demnach mit 936 minderjährigen Flüchtlingen zu rechnen. Der Standort im Zentrum der Stadt soll aber unbedingt erhalten bleiben, betont Schiwy nun. Es müsse möglich sein, bei einem „erneuten Anstieg der Zuwanderungszahlen“ ein Stück weit flexibel zu reagieren – und wieder mehr Plätze im YRC zu schaffen.

Das aber geht nur, wenn das Haus nicht leersteht, sondern anderweitig genutzt wird – und es im Fall der Fälle trotzdem schnell geht, wieder mehr Raum für neu eintreffende junge Flüchtlinge zu schaffen. Das Sozialreferat schlägt deshalb vor, in dem Gebäude mittelfristig neben dem YRC ein „Münchner Kinder- und Jugendschutzhaus“ zu errichten. So könne „die wirtschaftliche Nutzung der Immobilie langfristig gesichert werden“, heißt es in der Vorlage.

Schon im nächsten Jahr kann das neue Konzept greifen

Schon 2018 soll es losgehen. Dann könnte das Stadtjugendamt schrittweise seine beiden Leitstellen Kinderschutz – derzeit im Elisenhof und an der Scapinellistraße in Pasing – an die Marsstraße verlegen. Zudem soll es sogenannte Kontingentplätze für Minderjährige geben, die wegen häuslicher Gewalt oder Vernachlässigung aus ihren Familien genommen werden müssen oder selbst um Obhut bitten. Eine neue Notschlafstelle soll als Anlaufstelle für Münchner Jugendliche dienen, die sich den Hilfsangeboten des Jugendamts noch verweigern. Weil es für weibliche minderjährige Flüchtlinge zu wenig dauerhafte Wohngruppen gibt, plant Schiwy zudem eine weitere hier an der Marsstraße ein.

Noch in diesem Halbjahr soll der Stadtrat sich mit dem ausführlichen Konzept für das Kinder- und Jugendschutzhaus befassen. Bis es 2018 schrittweise an den Start geht, will das Sozialreferat die leerstehenden Räume als Bürofläche zwischennutzen.

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