Nach Antrag von SPD und CSU

So will die Stadt Senioren vor Betrügern warnen - Kritik aus der Bayernpartei

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Bei Anruf Geld in Gefahr: Betrüger finden verschiedenste Wege, um Senioren um Erspartes zu prellen.

Senioren sind die häufigsten Opfer von Trickbetrügern - weil sie gutgläubig und leicht zu überrumpeln sind. Jetzt greift die Stadt ihnen mit einer besonderen Aktion unter die Arme.

München - Senioren sollen auch seitens der Stadt noch umfassender über Trickbetrügereien informiert werden. Daher wird das Kreisverwaltungsreferat zeitnah alle Münchner über 70 Jahre anschreiben, falls sie nicht einem Seniorenheim leben. In dem Brief sollen die Rentner über häufige Gefährdungen wie Wohnungseinbrüche, falsche Polizeibeamte und ähnliches aufgeklärt werden. Das hat gestern der Kreisverwaltungsausschuss beschlossen. Den Anstoß dazu hatte ein gemeinsamer Antrag von SPD und CSU gegeben.

Durch Betrügereien entsteht immer wieder hoher finanzieller Schaden, allein im Vorjahr haben so genannte falsche Polizisten in München vorwiegend Senioren um mehr als vier Millionen Euro erleichtert. Die Polizei leistet auch in Zusammenarbeit mit der Stadt und den entsprechenden Verbänden Präventionsarbeit. Beispielsweise hat das Rathaus bereits 1998 gemeinsam mit dem Seniorenbeirat und dem Polizeipräsidium das Projekt „Sicherheitsberaterinnen und Sicherheitsberater für Senioren“ ins Leben gerufen. Dem geschulten Team gehören neben einigen Seniorenbeiräten auch ehemalige Polizeibeamte an.

Richard Progl (Bayernpartei) kritisierte den Antrag von SPD und CSU, weil er die finanziellen Auswirkungen nicht beinhalte. „Ich tue mich schwer, etwas zuzustimmen, was einem einfach so hingeworfen wird. Über die Kosten ist nichts zu erfahren.“ Außerdem sei unklar, ob die Stadt mit einer Briefwurfsendung nicht gegen Datenschutzrichtlinien verstoße. CSU-Vize Evelyne Menges entgegnete, dass diese Daten vom Kreisverwaltungsreferat getrost genutzt werden könnten. Schließlich gehe es um die Information. KVR-Chef Böhle derweil geht von 100.000 bis 200.000 Briefen aus, die Kosten lägen mithin irgendwo bei 60.000 Euro. Das sei überschaubar, sagte Menges. Und angesichts eines Schadens von über vier Millionen Euro sei das Geld gut angelegt.

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Sascha Karowski

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