Neuer Stadtentwicklungsplan 2040

Mobilität, Wohnen, Klimaschutz: Reiters Plan für die Zukunft - „Müssen jetzt anfangen“

OB Dieter Reiter und Stadtbaurätin Elisabeth Merk stellten den Plan vor.
+
OB Dieter Reiter und Stadtbaurätin Elisabeth Merk stellten den Plan vor.

München erhält wieder einen Stadtentwicklungsplan. Den gab es zuletzt 1983. Jetzt allerdings wird er digital und leichter zugänglich. Damit gibt die Verwaltung vor, wo und wie München weiter wachsen kann. Erstmals werden bei diesem Wachstum Aspekte des Klimaschutzes berücksichtigt.

Der Plantreff der Stadt an der Blumenstraße 31 ist nach einem Umbau im Herbst des Vorjahres wiedereröffnet worden. OB Dieter Reiter (SPD) gefallen die neuen Räume. „Es ist doch schön, wenn man sieht, wie aus Theorie dann Praxis wird.“ Und um diese Metamorphose von grauer Theorie zur Praxis geht es auch in dem neuen Stadtentwicklungsplan 2040, den München erstmals seit 1983 wieder auflegt. „2040 klingt lange, aber wir müssen jetzt anfangen umzustellen“, sagte Reiter am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Mit dem Plan gibt die Stadt unter verschiedenen Leitlinien vor, wie und wo München in Zukunft weiter wachsen kann. Dieses Konzept ist noch nicht final, Bürger werden beteiligt, auch der Stadtrat wird sich damit noch beschäftigen. „Es ist eine Gesamtschau“, sagte Reiter. „Es ist mein Plan für die Zukunft.“ Bei Bauvorhaben etwa soll der Plan künftig helfen, die gesamte Stadt im Blick zu behalten und nicht nur punktuelle Gebiete. Der Plan besteht aus Karten zu den sechs Handlungsfeldern: Freiraum, Mobilität, Siedlungsentwicklung, Klimaanpassung, Klimaschutz und partnerschaftliche Entwicklung der Stadtregion.

Freiräume

Grün- und Freiräume sind Erholungsorte, dienen Spiel und Sport und bieten Raum für Landwirtschaft oder Urban Gardening, gemeinschaftliches Gärtnern. Freiräume sind aber auch wichtige Lebensräume und tragen zu Luftaustausch, Kühlung und einem ausgewogenen Wasserhaushalt bei. „Die Stadt wird keine einzige gewidmete Grünfläche zubauen“, sagte Reiter. „Das können wir uns wegen des Klimas gar nicht erlauben.“

Mobilität

Bis 2025 sollen 80 Prozent des Verkehrs mit abgasfreien Kraftfahrzeugen, dem öffentlichen Personennahverkehr, zu Fuß oder mit dem Rad bewältigt werden. Deshalb baut die Stadt den ÖPNV aus, stärkt den Radverkehr und verteilt öffentlichen Raum neu. „Stadtplanung darf künftig nicht mehr losgelöst von der Mobilität stattfinden“, sagte Reiter.

Wohnquartiere

Um bezahlbaren Wohnraum schaffen und erhalten zu können, müssen neue Quartiere entwickelt und Bestandsquartiere maßvoll nachverdichtet werden. Auch das Thema Nutzungsmischung in Gewerbegebieten wird wichtiger werden.

Stadtklima

„Die Hitze in der Stadt nimmt zu“, sagte Reiter – vor allem in extrem versiegelten Quartieren. „Das muss ich in Planungen berücksichtigen.“ Deshalb setzt die Stadt auf klimaangepasste Landschafts- und Siedlungsräume. Freiräume in der Stadt, aber auch Grünzüge in der Region stellen Luftaustausch und Abkühlung sicher.

Klimaneutralität

Damit München bis 2035 klimaneutral ist, setzt die Stadt auf klimaneutrale Quartiere und erneuerbare Energien. Der Energiebedarf muss gesenkt, die Energieeffizienz gesteigert werden. Dies gilt für Bestandsquartiere, aber auch für Neubaugebiete. Bis 2025 wird der komplette Strombedarf aus erneuerbaren Quellen gedeckt.

Partnerschaftliche Entwicklung

„All die Dinge sind ohne die Region um München nicht steuerbar“, sagte Reiter. Daher sollen Siedlungs- Freiraum- und Verkehrsplanung mit den Nachbarn abgestimmt werden. Freiräume sollen gemeinsam gesichert und entwickelt werden. Mit diesen Plänen (www.muenchen.de/step) geht die Stadt nun in den weiteren Dialog: „Sollte das Ganze in einen Grundsatzbeschluss münden, wird das die Richtschnur der städtischen Entwicklung“, so Reiter. „Damit wir in 20 Jahren die Stadt noch so haben, wie wir sie wollen.

Auch interessant

Kommentare