Stadtkämmerer Wolowicz

Er freut sich über zwei Milliarden Euro Gewerbesteuer

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Stadtkämmerer Ernst Wolowicz (SPD) legt eine Rekord­bilanz vor.

München - München hat nicht nur einen Rekordmeister, sondern auch einen Rekord-Schatzmeister! Stadtkämmerer Ernst Wolowicz (SPD) darf mit über zwei Millionen Euro Gewerbesteuer rechnen.

Man muss sich unseren Stadtkämmerer Ernst Wolowicz (SPD) als glücklichen Menschen vorstellen: Der Stadtrat hat ihm für alle Fälle erlaubt, bis zu 60 Millionen Euro als Kredit aufzunehmen. Aber selbst wenn er wollte, dürfte er es rein rechtlich gar nicht – weil der Stadtsäckel viel zu voll ist!

Stattdessen muss der Mann tun, was in Zeiten von Mini-Zinsen kaum Rendite bringt: Schulden abbezahlen und viel Geld auf die hohe Kante legen, mehr als 100 Millionen Euro. So gut steht München da. Die Stadt hat nämlich nicht nur einen Rekordmeister, sondern auch einen Rekord-Schatzmeister!

Braver Beamter, der er ist, formuliert er das natürlich zurückhaltender: „Das zurückliegende Jahr war ohne Zweifel ein besonders gutes für die Landeshauptstadt“, so Wolowicz bei der Vorstellung des Sechs(!)-Milliarden-Euro-Haushalts. Vor allem bei der Gewerbesteuer kassierte die Stadt 2013 mit 2,3 Milliarden Euro einen Rekordbetrag, heuer rechnet der Kämmerer mit über zwei Milliarden.

Auch bei der Einkommenssteuer gab es 2013 einen Höchstwert – 889 Millionen Euro. Heuer gehen die Einnahmen in Richtung Milliarde.

Die Münchner Wirtschaft brummt, die Jobs tendieren zur Vollbeschäftigung: Wolowicz weiß, dass seine Bilanz profitiert und er der Hans im Glück der Stadtpolitik ist. Aber das Glück muss man auch zwingen, wissen Rekordmeister – das gilt auch für Rekordschatzmeister.

Wolowicz weiß seine Euro zusammenzuhalten. Früher hatte der promovierte Politiwissenschaftler im Rathaus den Spitznamen „Dr. Wo“ – was sehr nah am Schurken „Dr. No“ ist. Nein sagt er oft, vor allem, wenn der Stadtrat wieder einmal mehr Stellen schaffen will. Wird er überstimmt, schreibt er trotzig in die Beschlussvorlage, damit jeder es erfährt: „Die Stadtkämmerei stimmt nicht zu.“

Im laufenden Geschäft erzielt er mit OB und Stadtrat massive Überschüsse – 2013 waren es 854 Millionen Euro –, die in Kitas, Tunnel oder Museen gingen. Gleichzeitig baut er die Schulden weiter ab: Von 3,4 Milliarden Euro in 2005 sollen heuer 908 Millionen übrig bleiben. Denn Wolowicz warnt: „Wir stehen vor einem gigantischen Berg an Investitionen!“ David Costanzo

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