Krach um die Straßenkünstler

Stadträte beschweren sich über unbegabte Musikanten

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Straßenkünstler machen keinen Krach. Aber die Grenzen zwischen Betteln und Kunst verschwimmen.

Was wäre die Fußgängerzone ohne ihre Straßenkünstler? Da stecken Erwachsene in Kinderwagen, ein Mann scheint an einer Stange zu schweben, Pantomimen belustigen Gäste eines Straßencafés. Doch es gibt auch Künstler, die Geschäftsleuten und Passanten auf die Nerven gehen.

München - Nicht allen gefällt das Unterhaltungsprogramm in der Fußgängerzone. Das berichtet jedenfalls die Bayernpartei, die eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt hat. „Es häufen sich in letzter Zeit die Beschwerden über Belästigungen und Beeinträchtigungen durch Straßenkünstler in der Altstadt, deren Darbietungen die Nerven von Anwohnern und Arbeitnehmern massiv strapazieren“, beklagt sich Stadtrat Richard Progl. Eine Flötenspielerin habe jeden Tag dasselbe Lied gespielt, berichtet er der tz, ein Geiger habe den Gehsteig vor der Metzgerzeile am Viktualienmarkt blockiert.
Sowohl bei der Stadtinformation, wo sich die Straßenkünstler jeden Morgen um 7 Uhr ihre Genehmigung holen müssen, als auch bei der Polizei berichtet man zwar von einem niedrigen Beschwerdeaufkommen. Aber es gibt immer mehr Künstler, die ohne Genehmigung in der Stadt auftreten. So erklärt die Polizei: „Es gibt Erkenntnisse, dass Bettler auch als Künstler und Musikanten und umgekehrt auftreten.“ Straßenkünstler ohne Genehmigung würden vor allen außerhalb der genehmigungspflichtigen Bereiche auftreten. 

Aber auch die Anzahl der Verstöße gegen die Altstadt-Fußgängerzonensatzung steigt stetig. 2012 gab es 48 Anzeigen, 2014 sogar 83 Anzeigen. In in den ersten zehn Monaten des vorigen Jahres waren es 64 Anzeigen. Die Polizei berichtet: „Seit einiger Zeit ist aus den polizeilichen Anzeigen vermehrt erkennbar, dass viele der vermeintlichen Kunstdarbietungen lediglich verbrämte Bettelaktionen sind, die in solchen Fällen dann auch nicht als nicht genehmigte Kunstdarbietungen geahndet werden, sondern vielmehr als verbotenes Betteln, und somit auch nicht als Straßenkünstler erfasst werden, sondern als Bettler.“ Dann wird ein Bußgeld von 100 Euro fällig. 

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