Live-Ticker: Petry sorgt für Eklat auf AfD-Pressekonferenz

Live-Ticker: Petry sorgt für Eklat auf AfD-Pressekonferenz

Offensive beschlossen

Stadtrat will Gewerbeansiedlung fördern

+
Die Stadtrats-Vollversammlung (Symbolbild)

In den kommenden Jahren sollen Flächen in der Größenordnung von 35 Hektar als Gewerbeflächen entwickelt werden – den Grünen ist das zu viel.

Die Stadt möchte in den kommenden Jahren 35 Hektar neue Gewerbeflächen im Stadtgebiet entwickeln. Diese Zielzahl hat der Stadtrat am Mittwoch auf Vorschlag des Wirtschaftsreferats beschlossen. Bürgermeister und Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU) erklärte: „Wir müssen vor allem für bestehende Unternehmen Perspektiven zur Erweiterung schaffen.“

Grüne: Das erhöht den Siedlungsdruck 

Die Grünen hatten die Festlegung auf eine Fläche von 35 Hektar als „verfrüht“ kritisiert. Stadtrat Herbert Danner meinte, München sei bereits so attraktiv als Wirtschaftsstandort, dass neue Gewerbeflächen in großräumigem Stil nicht notwendig seien. Dies gehe zulasten strukturschwacher Regionen und erhöhe zudem den Siedlungsdruck auf die Stadt. Danner: „Die Liste der Wohnungssuchenden ist weitaus größer als die der Gewerbesuchenden.“ Außerdem benötige die Stadt Freiflächen für Spiel und Sport. „Wir dürfen hier keine falschen Prioritäten setzen“, so Danner.

Wohnen und Arbeiten gehören zusammen

Bürgermeister Schmid wies die Kritik zurück: „Wohnen und Arbeiten gehören zusammen.“ Auch CSU-Stadtrat Johann Sauerer erklärte, beides müsse Hand in Hand gehen. Zumal gerade hohe Gewerbesteuereinnahmen dafür sorgten, dass München in soziale Infrastruktur investieren könne. Walter Zöller (CSU) erklärte: „Wir dürfen bei der Entwicklung der Attraktivität des Standorts nicht stehen bleiben. 35 Hektar ist für uns die Untergrenze.“

Nach Angaben der Verwaltung hat der Anteil von Gewerbegebieten in München seit 2001 von knapp 1300 Hektar Fläche auf 1231 Hektar abgenommen. Im Sektor Industriegebiete war sogar eine Reduzierung von mehr als 40 Prozent zu verzeichnen. Die absolute Fläche von Kern- und gewerblichen Sondergebieten ist hingegen um etwa 155 Hektar angestiegen.

In gewerblichen Sondergebieten sind meist spezialisierte Nutzungen wie das BMW Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) oder auch Brauereien verortet, in Kerngebieten Dienstleistungsgewerbe mit Kundennähe. Aktuell sind im Wirtschaftsreferat 327 Firmen als Nachfrager von Gewerbeflächen vorgemerkt. In Summe ergäbe dies einen Bedarf von etwa 43 Hektar. Der überwiegende Anteil davon betrifft allerdings die Verlagerung von Betrieben innerhalb des Stadtgebiets, nur ein verschwindend geringer Bruchteil sind geplante Neuansiedlungen.

In welchen Vierteln was geplant ist

Für die langfristige Gewerbeentwicklung hat das Wirtschaftsreferat am Mittwoch ein umfangreiches Maßnahmenkonzept vorgestellt. Dies umfasst sogar eine Fläche von 435 Hektar, davon sind 156 Hektar der Bestandsentwicklung, 143 Hektar der Umstrukturierung und Revitalisierung sowie 135 Hektar der Neuentwicklung zuzuordnen. Zwei vorgeschlagene Gebiete liegen in Ramersdorf-Perlach (Perlach Süd/Im Gefilde), drei weitere in Allach-Untermenzing (Junkersgelände/ Ludwigsfelder Straße/Kirschgelände). In Schwabing-Freimann liegen die Flächen am Joseph-Dollinger-Bogen, an der Lilienthalallee und an der Ingolstädter Straße. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nach den Plänen der Verwaltung in Bogenhausen (Steinhausen/Kronstadter Straße), in Aubing an der Mühlangerstraße angrenzend an den Produktionsstandort der Paulaner-Brauerei, am OEZ in Moosach, in Berg am Laim an der Neumarkter Straße oder in Obersendling am Deckelgelände.

Für die beiden letztgenannten Flächen, für das Kirschgelände sowie in Perlach Süd soll nun ein Strukturkonzept erarbeitet werden. Außerdem will das Referat Möglichkeiten zur Entwicklung interkommunaler Gewerbegebiete im Umland prüfen. Die Bezirksausschüsse, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Umweltvertreter sollen am Prozess beteiligt werden. Ende 2017 soll das Ergebnis der Anhörungen und öffentlichen Diskussion dem Stadtrat vorgelegt werden, um das Gewerbeflächen-Entwicklungsprogramm fortschreiben zu können. 

Klaus Vick

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mann suchte Kontakt zu Pädophilen - „Abartiges Material“ schockiert Ermittler
Mann suchte Kontakt zu Pädophilen - „Abartiges Material“ schockiert Ermittler
Die Stadt München plant Verdopplung der Parkgebühren
Die Stadt München plant Verdopplung der Parkgebühren
Wer hat Pablo „ins Auto gelockt“? Neue Bilder des vermissten Jack Russells
Wer hat Pablo „ins Auto gelockt“? Neue Bilder des vermissten Jack Russells
Polizei auf Oktoberfest: Italiener sind gar nicht so schlimm
Polizei auf Oktoberfest: Italiener sind gar nicht so schlimm

Kommentare