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Wichtige Projekte vor Weihnachten

Steg über Gleise & Oly: Stadtrat muss entscheiden

München - Von wegen staade Zeit: Der Stadtrat krempelt im Advent nochmal kräftig die Ärmel hoch, bevor er sich in die Weihnachtsferien verabschieden darf. Wichtige Entscheidungen stehen an.

Diese Woche nehmen sich die Kommunalpolitiker den Neubau der Radler- und Fußgängerbrücke über die Bahngleise am Arnulfpark vor, eine schöne Bescherung für die Anwohner, die diese Verbindung schon seit langem ersehnen. Außerdem bekommt das Olympiastadion ein ebenfalls überfälliges, ordentliches Facelifting spendiert. Doch es gilt auch eine unangenehme Bescherung zu verarbeiten: Die Münchner Solarinitiative ist pleite und muss aufgelöst werden.

Der Steg über die Gleise

An der Landsberger Straße führen Rampe und Treppe auf die Brücke, am Arnulfpark eine Spirale

Seit 2004 wird im Arnulfpark gebaut, 12 000 Menschen wohnen und arbeiten hier, auch auf der gegenüberliegenden Seite der Bahngleise entstanden Büros und Wohnungen. Die Menschen sehnen sich nach einer Verbindung auf die jeweils andere Seite. Zwischen Hacker- und Donnersbergerbrücke klafft eine Lücke von einem Kilometer Länge. Eigene Radwege gibt es auf den Brücken nicht. Jetzt kommt der neue Steg über die Gleise. Zu Beginn der Planungen für den Arnulfpark waren zwei Übergänge vorgesehen, den Bau des ersten wird der Stadtrat am Dienstag beschließen. Das Bauwerk soll einschließlich der Risikoreserve 17,7 Millionen Euro kosten, an denen sich die Projektentwickler mit fünf Millionen Euro beteiligen müssen. Der Baubeginn ist für März 2016 vorgesehen, die Eröffnung im Dezember 2017 geplant. Die 95 Meter lange Brücke wird 6,50 Meter hoch und beginnt künftig mit einem spiralförmigen Radler-Auffahrt an der Erika-Mann-Straße im Arnulfpark. Für Fußgänger geht es hier mit Aufzug oder Treppe nach oben. Auf der Seite der Landsberger Straße führt eine Rampe für die Radler nach unten, auch hier stehen für Fußgänger Treppe und Lift bereit. Wer zur S-Bahn will, kann unterwegs über die Treppen zum Bahnsteig der Donnersbergerbrücke absteigen, für einen Lift ist kein Platz.

Der Brückenträger beschreibt einen leicht gewölbten Bogen. Er besteht aus einem Stahlfachwerk, an den Seiten sorgen 3,50 Meter hohe Glasscheiben für Transparenz, sie dienen auch als Absturz- und Berührungs- schutz vor den Oberleitungen der Bahn und als Windbremse. Die sechs Meter breite Fahrbahn wird asphaltiert. Nachts soll die Brücke beleuchtet werden. Am Arnulfpark entsteht außerdem eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand aus Glas, außerdem werden an beiden Seiten Bäume gepflanzt und 100 Radstellplätze eingerichtet.

Verjüngungskur fürs Oly

Das Olympiastadion bröckelt vor sich hin.

Das für die Spiele 1972 errichtete Olympiastadion bröckelt vor sich hin, und ist nicht mehr der Publikumsmagnet, der es bis zur Eröffnung der Allianz Arena 2005 war. Wirtschafsreferent und Bürgermeister Josef Schmid (CSU) wird am Dienstag im Wirtschaftsausschuss die Sanierung des Stadions für 76 Millionen Euro empfehlen. Pro Jahr finden 29 Veranstaltungen im Oly statt, wobei nur acht die ganze Fläche benötigten, neun nur ein Viertel der Fläche. Das Stadion spielt so im Jahr 830 000 Euro ein. Die Stadtwerke Services GmbH, die für den Unterhalt zuständig sind, wollten darum nur eine Spar-Sanierung für 25,5 Millionen Euro. Die hätte bedeutet, dass das Oly ein Museum wird, nur noch auf den Ebenen 1 und 2 sollten Veranstaltungen stattfinden. Die Stadtkämmerei plädierte für eine Variante für knapp 42 Millionen Euro. Hier wäre nur die Kunstrasenfläche nutzbar geblieben, für Veranstaltungen wären fliegende Bauten nötig.

Olympiapark und Stadtplanung plädierten für die zweitteuerste Variante, die auch Schmid befürwortet: „Wir wollen nicht, dass aus dem Olympiastadion ein Museum oder eine Budenstadt wird“, sagt er. Der Bürgermeister plädiert für bestandserhaltende Maßnahmen bei der Betriebstechnik und beim Brandschutz, umfassende Schönheitsreparaturen geplant. Die Veranstaltungsflächen sollen danach wie neu sein. Die Zustimmung von CSU und SPD gilt als sicher.

Die städtische Solar-Pleite

Harald Will, Chef der Solarinitiative.

Wo viel Licht, da auch Schatten: Am Dienstag wird der Wirtschaftsausschuss die Münchner Solarinitiative zu Grabe tragen. 2011 war diese Unternehmung gegründet worden, um Hausbesitzer dazu zu bringen, auf den Dächern ihrer Häuser Strom zu erzeugen. Auf Anregung der Grünen-Stadträtin Sabine Nallinger wurde das Unternehmen zunächst als städtische Tochter gegründet, man holte später noch die Privatwirtschaft mit ins Boot. Geschäftsführer Dr. Harald Will bekam ein Jahresgehalt von zuletzt 141 000 Euro ein.
Dabei kann das städtische Beteiligungsunternehmen auf seiner Homepage nur die Errichtung von drei Dach-Solarkraftanlagen als Erfolg vermelden, bei acht war es immerhin beratend tätig. 2013 war ein Verlust von 203 000 Euro fällig, und das bei einem Stammkapital von 604 000 Euro. Am Dienstag wird der Wirtschaftsausschuss beschließen: Künftig gibt es ein Beratungsbudget für Interessierte von jährlich gut 130 000 Euro.

Johannes Welte

Rubriklistenbild: © Bodmer/Welte

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