Grüne und Rosa Liste stellen Antrag

Wird Zigarettenwerbung in München verboten?

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Eines der Fotos, die Henri Kuntnowitz gemacht hat, um die Tabakwerbung zu dokumentieren.

München - Tabakwerbung stinkt der Stadratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und der Rosa Liste gewaltig: Sie haben beantragt, die Werbung aus dem öffentlichen Raum zu verbannen.

"Camel", "L&M", "Pall Mall" - jeder kennt die Marken, denn auch als Nichtraucher begegnet man ihnen in München regelmäßig. Das soll sich künftig ändern, wenn es nach der der Grün-Rosa-Liste im Stadtrat geht.

Die Grünen-Fraktion und die Rosa Liste haben bereits vor einigen Wochen gemeinsam den Antrag "Keine Werbung mehr für Tabakwaren im öffentlichen städtischen Raum" gestellt. Sie fordern das Referat für Arbeit und Wirtschaft auf, darzulegen, wie ein Tabakwerbeverbot auf öffentlichen Flächen in den Verträgen mit den Werbefirmen umgesetzt werden kann. Bei Neuausschreibungen von Werbeflächen soll künftig darauf geachtet werden, dass die Stadt Werbeflächen nicht für Raucherkampagnen zur Verfügung stellt.

Derzeit eingeschränkte Tabakwerbung möglich

Derzeit ist die Tabakwerbung in Deutschland nur eingeschränkt erlaubt. Es darf nicht in Printmedien, im Internet und im Rundfunk für Tabak geworben werden. Plakatwerbung hingegen ist in Ordnung. Doch auch hier gibt es Einschränkungen. Das Landratsamt München hat zum Beispiel vergangenes Jahr die Werbung für Marlboro-Filterzigaretten verboten, weil diese zu stark auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet war.

Diese Beschränkungen gehen den Antragstellern nicht weit genug: "Aufgrund gesundheitspolitischer Bedenken und zahlreicher erfolgreicher Beispiele stünde es der Stadt München gut an, Werbung für Tabakwaren im öffentlichen Raum zu verbieten", schreiben sie. Zur Zeit wertet das bayerische Landesamt für Statistik gerade aus, wie viele Raucher es momentan im Freistaat gibt. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2009 rauchte in etwa ein Viertel der Bevölkerung, darunter waren mehr Männer als Frauen. Die meisten männlichen Raucher gab es in der Gruppe der 25- bis 30-jährigen, die meisten weiblichen bei den 20- bis 25-jährigen Frauen.

Die Grün-Rosa-Liste hofft, dass die Zahlen sinken würden, wenn es strengere Verbote gäbe. In anderen EU-Ländern und in deutschen Städten, in denen es schon jetzt derartige Regelungen gibt, sei es zu Rückgängen gekommen, schreiben die Fraktionen.

Rückendeckung von Nichtraucherinitiative

Rückendeckung bekommen die Antragsteller von der Nichtraucher-Initiative München e.V. Die Initiative plädiert für ein bundesweites Werbeverbot und fordert gleichzeitig die Stadt München auf, die Spielräume, die sie beim Aushandeln der Verträge mit den Mietern von Werbeflächen hat, zu nutzen. Besonders kritisiert die Vereinigung die Situation an den Bahnhöfen.

"An einer einzigen oberirdischen Haltestelle des MVG sind teilweise zwei Tabakwerbeplakate", ärgert sich Henri Kuntnowitz von der Initiative. Er kann es nicht verstehen, wieso im öffentlichen Nahverkehr zwar in den Untergeschossen teilweise bewusst auf Tabakwerbung verzichtet wird, dieses Konzept aber nicht konsequent umgesetzt wird. "Als Zeichen über die Maßlosigkeit der Tabakwerbung ohne jegliches Gefühl für eine angemessene Anzahl von Tabakwerbung", so Kuntnowitz, dokumentiert er die Werbekampagnen. Mit dem Material kämpft er für neue Regelungen.

cla

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