Mitmachen und Preise abräumen

Ist's wirklich so schlimm in der Messestadt?

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Betonwüste oder Großstadt-Idyll? Die Meinungen über das Leben in der Messestadt unterscheiden sich deutlich.

München - Als Vorzeigeviertel und Musterprojekt wurde sie geplant. Doch laut der Stadt München droht die Messestadt Riem, zum Ghetto zu werden. Was meinen Sie dazu? Machen Sie mit beim Stadtteil-Check!

Heute gilt die Messestadt als „hoch belasteter Stadtteil“ mit einem „gewissen Ruf“ – das sagt, ganz offiziell, die Stadt München. Und spricht von einer drohenden „Ghettoisierung“, falls sich nicht bald etwas ändert. Es ist das schonungslose Fazit einer Analyse des Sozialreferats, die am Dienstag im Stadtrat vorgestellt wurde (tz berichtete).

Die Bewohner der Messestadt haben diese Fakten nicht kalt gelassen. Zu Hunderten haben sie auf den tz-Artikel reagiert, Leserbriefe geschrieben und auf www.tz.de kommentiert. Teils bestätigen sie den maroden Zustand des Lebens in der Messestadt und teils widersprechen sie den Vorwürfen empört. Das Leben in der Messestadt: Ein Mekka für Familien – oder auf dem Weg zum Ghetto? Die tz dokumentiert die heftige Diskussion:

Das Problemviertel: Leserin Ilona Mavradoudis klagt über eine unverkäufliche Immobilie. Sie schreibt: „Wer kauft meine Ghettobude in Riem? Sie ist auf dem Papier etwas wert, aber haben will sie keiner.“ Ein Nutzer von tz-online.de, der sich Münchner nennt, bestätigt: „Ein Schulfreund hat zwei Jahre gebraucht, um sein Apartment mit Verlust wieder loszuwerden.“ Nutzer Gemeindeplag sieht es als Glücksfall, nicht in die Messestadt gezogen zu sein: „Ich habe, als das Viertel gebaut wurde, eine ähnliche Entwicklung vermutet. Es ist schlimmer gekommen. Ich bin froh, dass ich die Wohnungen im Rohbau nur besichtigt, aber nie gekauft habe.“ Auch Nutzer vico hat ein Immobilien-Angebot aus der Messestadt ausgeschlagen: „Mir ist schon vor einigen Jahren abgeraten worden, dort eine Wohnung für mich und meine Frau zu kaufen. Ich bin heilfroh, diesen Rat angenommen zu haben.“ Das Urteil von Schneekönig über die Messestadt lautet: „Greislig!“ Und Nox sagt: „Plattenbau 2.0“ Nutzer Messestädter beschreibt den Stadtteil als „Betonbilligviertel.“

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Lebenswerte Messestadt: Leser Ralf Burkert hingegen schreibt: „In der Messestadt können Kinder unter Kindern aufwachsen und jeder hat Verständnis für sie. Es gibt an jeder Ecke Spielplätze. Die Schulen sind sehr voll, aber ein Gewalt- oder Verweigerungsklima habe ich in vier Jahren nicht feststellen können.“ Nutzer Waldmensch sagt: „Riem ist kein sozialer Brennpunkt und mit der U-Bahn ist man nach einer Station beim Aldi in Trudering.“ Hobi findet: „Alle wollen zentral wohnen, aber was passiert mit den Arbeitern? Für die braucht’s neue Viertel, und zwar genau solche wie Riem. Ich fühl mich wohl bei mir im Block.“

Mitmachen: Was denken Sie, liebe Leser, über die Messestadt? Würden Sie widersprechen – oder noch einen draufsetzen? Haben Sie Verbesserungsvorschläge für Ihr Viertel? Wir freuen uns über jede Stimme und jede Meinung. Machen Sie mit beim großen Stadtteil-Check: Die tz und die Uni Augsburg möchten von Ihnen wissen, wo in München Sie sich am wohlsten fühlen! Einfach unten den Fragebogen ausfüllen und automatisch am Gewinnspiel teilnehmen - hier geht's zu den Preisen! Die Angaben behandeln wir natürlich vertraulich.

Andreas Thieme

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