Wo sich Familien und Rentner am wohlsten fühlen

Stadtteil-Statistik: Hier leben die meisten jungen Leute

Die Wohnungsbilanz: Diese Karte zeigt, wie viele Bleiben 2014 in den Vierteln neu entstanden – und wo sogar welche verschwunden sind (um alle Informationen lesen zu können, klicken Sie bitte oben rechts auf das Vergrößern-Symbol).

München - Die Maxvorstadt ist der Jungbrunnen Münchens! Das geht aus dem Statistischen Taschenbuch 2015 (Tabelle unten) hervor. Mehr als 67 Prozent der 52 575 Einwohner sind nicht älter als 44 Jahre.

 Besonders bei jungen Familien ist das Viertel rund um den Königsplatz mit seinen vielen Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten extrem beliebt. Als Rentner-Eldorado gilt hingegen der Stadteil Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. 22 Prozent der Bewohner hier sind über 65 Jahre alt. Interessant: Gleichzeitig sind in dieser Gegend die meisten neuen Wohnungen entstanden (707). In ganz München wurden im vergangenen Jahr 7000 neue Bleiben gebaut. Dadurch ist München deutschlandweit die Großstadt, in der am meisten auf diesem Sektor entsteht – bezogen auf die Einwohnerzahl. Allerdings muss die Stadt beim Wohnungsbau künftig Gas geben! Die Einwohner-Studie der Bertelsmann-Stiftung prognostiziert München bis 2030 einen Bevölkerungszuwachs von mehr als 14 Prozent von jetzt 1,5 auf dann fast 1,8 Millionen. Die tz hat sich in den jeweiligen Vierteln umgehört und mit jungen Familien und Rentnern gesprochen.

Rentner-Ruhepol an der Isar

Von wegen Alten-Viertel! „Im Haus unserer Genossenschaftswohnung leben doch nur junge Familien. Wir sind mit Abstand am ältesten“, wundern sich Petra Huller (56) und ihr Ehemann Bernd (70). Seit acht Jahren lebt das Paar in der Zennerstraße in Thalkirchen. Ihre Wohnung hat sogar einen kleinen Garten, wo Petra Huller im Sommer jeden Morgen ihre Pflanzen gießt. „Wir fühlen uns richtig wohl. Hier gehen wir nicht mehr weg“, sagt die Buchhalterin. Rentner Bernd genießt vor allem seine regelmäßigen Spaziergänge an der Isar. „Das war auch ein Kriterium, weshalb wir hierher gezogen sind“, sagt er. Zusammen beobachten sie gerne die Flöße beim Anlegen an der Lände. Außerdem sei es in den Nebenstraßen sehr ruhig, was ein angenehmes Wohnen ermöglicht. Die Badeplätze nutzen sie hingegen weniger. Ansonsten geht das Ehepaar gerne zum Essen in die vielen Restaurants in der Gegend. Außer Frage steht für beide, dass Thalkirchen ein älteres Viertel ist. Trotzdem sind sie davon überzeugt, dass sich die Bevölkerungsstruktur in den nächsten Jahren ändern wird. „Wir sehen immer mehr junge Leute. Es tut sich was“, sagt Petra Huller.

Familien-Flair in der Maxvorstadt

Für Kathrin Barth gibt es keinen besseren Ort als die Maxvorstadt, um ihr junges Familienglück zu genießen! Seit vier Jahren lebt sie hier mit ihrem Mann in der Pappenheimstraße in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Vor fünf Monaten erblickte der kleine Ferdinand das Licht der Welt und die 34-Jährige genießt das Muttersein nun in vollen Zügen. Zum Yoga kann sie ohne Probleme – sogar mit Ferdinand im Schlepptau. „Das Sportangebot für Mütter ist in dieser Gegend super“, lobt die Patentamts-Angestellte in Elternzeit. Ins Schwärmen gerät sie auch, wenn sie an die vielen Cafés, Restaurants und Bars denkt, die nur wenige Meter vor ihrer Haustüre entfernt sind. Gleiches gilt für die öffentlichen Verkehrsmittel. „Zum Einkaufen muss man nicht mal in die Innenstadt, am Rotkreuzplatz haben wir alles, was wir brauchen“, sagt sie. Weil in der Maxvorstadt viele junge Familien leben, entstehen laut Kathrin Barth auch viele Freundschaften: „Wir tauschen uns immer aus. Hier herrscht einfach ein ganz besonderer Familien-Flair.“ Dabei spielen auch die vielen Spielplätze und Kinderkrippen eine wichtige Rolle. „Hier passt einfach alles“, meint die junge Mutter.

Wohnungsschwund in zwei Stadtteilen

Wer in München auf der Suche nach einem Dach über den Kopf ist, sollte sein Glück in den Stadtteilen Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried (707) oder Sendling-Westpark (702) versuchen! Hier wurden vergangenes Jahr mit Abstand die meisten Wohnungen gebaut. Es folgt Trudering-Riem mit 583. In ganz München entstanden 7000 neue Wohnungen – immer noch zu wenig in den Augen der Stadt. Künftig strebt der Stadtrat nämlich 8500 pro Jahr an und will somit der Raumnot entgegenwirken.

Fies, dass im vergangenen Jahr nicht nur Wohnstätten entstanden, sondern auch verschwunden sind. Behausungsschwund herrscht beispielsweise in Altstadt-Lehel, wo sechs Wohnungen verschwanden. Noch härter traf es die Schwanthalerhöhe: Die Bewohner des Viertels müssen vorerst mit 38 Wohnungen weniger auskommen.

M. Bonke

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