Bieberbach verordnet Sparkurs

Stadtwerke: Fest, Prämien, Raucherpausen gestrichen!

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Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach in der Unternehmenszentrale.Imago

München - Bei den Stadtwerken kommt jetzt der Spar-Hammer für die Mitarbeiter. Die jährliche Erfolgsprämie, Raucherpausen, das Mitarbeiterfest - alles wird gestrichen!

Die Stadtwerke (SWM) stecken in der Krise. Man erwarte eine Durststrecke mit relativ schlechten Ergebnissen, gab Stadtwerke-Boss Florian Bieberbach dem Münchner Merkur Anfang der Woche zu Protokoll. Aber das Mitarbeiterfest werde man sich nicht nehmen lassen. Schließlich sei die Hälfte der Öko-Offensive geschafft. Man muss auch in der Krise feiern.

Müssen muss man gar nichts: Aber ob es die Mitarbeiter motiviert, wenn die Aussagen des Ober-Chefs schon zwei Tage später revidiert werden, ist eine andere Frage. Die längst geplante, legendäre Sause der 8000 Kollegen hat Boss Bieberbach heuer jedenfalls gestrichen, wie die Stadtwerke am Freitag der tz bestätigten!

Doch es soll die Mitarbeiter noch härter treffen: Laut der Gewerkschaft Verdi hat der Vorzeigekonzern der Landeshauptstadt eine Liste ausgearbeitet, auf der manche Annehmlichkeit, die nicht niet- und nagelfest in den Tarifverträgen steht, zur Disposition gestellt wird. Es geht auch ans Gehalt:

Die freiwillige Erfolgsprämie für die Mitarbeiter soll laut Verdi weg – sie habe in der Vergangenheit im Schnitt rund 600 bis 700 Euro pro Jahr ausgemacht.

Zudem werde an der Arbeitszeit der Mitarbeiter gespart: Raucher sollen Pausenzeiten stempeln, wenn sie ihrem Laster frönen. Bislang sei der blaue Dunst von der Arbeitszeit abgegangen.

Im Detail bestätigen wollen die Stadtwerke das nicht. Aber: „Wir haben ein umfangreiches Sparpaket aufgelegt. Einige Extraleistungen unserer Mitarbeiter wird es treffen.“ Wegen der Krise am Energiemarkt gingen die Gewinne zurück, während Investitionen stiegen.

Verdi ist stocksauer, weil die SWM weiter schwarze Zahlen schrieben. Schließlich überweist das Unternehmen im Jahr 100 Millionen Euro in den Stadtsäckel. „Wenn es darum geht, dass Investitionen auf Kosten der Beschäftigten finanziert werden sollen, dann gibt es ein klipp und klares Nein“, sagt Gewerkschaftsboss Heinrich Birner. Der zuständige Sekretär Franz Schütz ergänzt: „Die Beschäftigten haben ihren Beitrag geleistet, ohne den es die satten Gewinne der letzten Jahre nicht gegeben hätte.“ Die Stadt solle die Stadtwerke endlich entlasten.

David Costanzo

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