Energie-Offensive mit Wind und Sonne

Erfolg für Stadtwerke: München steht unter Öko-Strom

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Drei von geplanten neun Milliarden Euro haben die SWM in Öko-Strom investiert.

München - Das erste Ziel der Öko-Offensive ist erreicht: Die Stadtwerke München (SWM) erzeugen jetzt so viel Strom aus erneuerbaren Energien, wie alle Münchner Haushalte und die SWM mit U-Bahn und Tram selbst verbrauchen.

„Das haben uns in der Branche nur wenige zugetraut“, sagt SWM-Boss Florian Bieberbach. „Da werden viele jetzt ein Aha-Erlebnis haben.“ Das feiert die Stadt am Freitag mit einem großen Festakt. Die tz stellt Ihnen bis dahin die Projekte vor. München steht unter Öko-Strom!

Produziert wird der aber nur zum geringsten Teil in der Stadt. Schließlich weht der Wind auf hoher See rauer und die Sonne in Spanien heißer als an der Isar. Darum beteiligen sich die SWM an Projekten in ganz Europa: Der Strom fließt in den europäischen „Strom-See“, aus dem alle Verbraucher Energie beziehen. Der Umweltschutz kommt nicht nur den Münchnern, sondern ganz Europa zugute.

Das Projekt geht auf einen Stadtratsbeschluss von 2008 zurück: Nach dem Zwischenziel sollen die SWM bis 2025 so viel Öko-Strom produzieren, wie die gesamte Stadt samt Industrie verbraucht. Ein Wagnis: Drei von geplanten neun Milliarden Euro haben die SWM investiert - ungefähr zur Hälfte auf Kredit.

Windkraft auf hoher See

Der Wind bläst immer: Darum setzen die SWM auf Mega-Rotoren auf hoher See. Ende April ging der Windpark Dan Tysk 70 Kilometer vor Sylt ans Netz. Im Juni folgt „Gwynt y Môr“ mit 160 Turbinen vor Wales (Foto). Dann geht es mit Global Tech vor Bremerhaven und Sandbank vor Sylt weiter. An Land greifen die SWM die Energie im Norden der Republik, in Frankreich und Schweden ab. Mit allen fertigen und geplanten 561 Turbinen erzeugen die SWM Strom für umgerechnet 1,2 Millionen Haushalte. Das Windrad an der Arena in Fröttmaning beliefert 1000 Haushalte.

Sonnenenergie aus Andalusien

Auch die Sonne scheint anderswo stärker als in Deutschland: Das größte Solarkraftwerk „Andasol“ steht in der südspanischen Provinz Granada. 205 000 riesige Parabolspiegel bündeln die Strahlen und erhitzen ein Wärmeträger-Öl auf 400 Grad Celsius. Die Flüssigkeit wird in Dampf umgewandelt, der eine Strom-Turbine antreibt. So erzeugen die SWM Strom für 30 000 Haushalte. Weitere 5000 Häuser können aus Solarparks an der Donau und in der Oberlausitz beliefert werden. In München betreiben die SWM 20 kleinere Solaranlagen - etwa auf Dächern von eigenen Gebäuden, Schulen und Parkhäusern.

dac

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