Sparen in München scheitert an der Miete

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München ist bekannt dafür, dass hier die Mieten am höchsten sind.

München - Eigentlich könnte man in München passabel leben – wenn nur die Mieten nicht so hoch wären. Das zeigt ein Städte-Preisvergleich, den der Münchner Merkur zusammen mit Tageszeitungen in ganz Deutschland durchgeführt hat.

Was kostet wo wie viel? Das haben Redakteure von Tageszeitungen in 17 deutschen Städten auf Initiative des Hamburger Abendblatts recherchiert. 22 Positionen umfasst die Liste der Waren und Dienstleistungen, die für unseren Städtevergleich herangezogen wurden – vom Kinobesuch bis zum Reifenwechsel, von Brot und Milch bis zum Bier in der Kneipe um die Ecke, von Miete und Kita-Platz bis zur Parkgebühr. Gesucht wurde jeweils das billigste Angebot. Das Glitzer-München der Maximilianstraße spiegelt sich in diesem Vergleich also ebenso wenig wider wie die Preise an Hamburgs nobler Mönckebergstraße.

Selbst für sparsame Kunden gibt es teils erhebliche Preisunterschiede zwischen den Städten, und der Blick auf die Miete – gesucht war eine 60-Quadratmeter-Wohnung in mittlerer Lage – bestätigt zunächst einmal den Ruf Münchens, Deutschlands teuerste Stadt zu sein: 660 Euro – das sind 60 mehr als in Stuttgart, 144 mehr als in Berlin und gar 160 mehr als in Hamburg. Für unsere Modell-Familie mit einem vierjährigen Kind und 3000 Euro Nettoeinkommen ist das ein Unterschied, der über Wohl und Wehe entscheiden kann. In Dortmund, der mit 580 000 Einwohnern größten Stadt des Ruhrgebiets, kostet die Wohnung nicht einmal halb so viel. Also nichts wie ab in den Ruhrpott? Für die meisten Münchner kommt das wohl nicht infrage. Und außerdem ist in Dortmund nicht alles billig: Für einen Kindergartenplatz muss man monatlich 126 Euro hinblättern. Nur Hamburg ist mit 192 Euro noch teurer und macht büßt damit den Vorteil, den es im Vergleich zu München bei den Mietkosten hat, fast wieder ein. In München kostet die Krippe für unsere Musterfamilie nur 61 Euro. Noch billiger ist nur Berlin. Obwohl sie horrende Schulden hat, bietet die Hauptstadt den Kita-Platz gratis.

Groß ist die Preisspanne auch bei Hotels, wobei das 3-Sterne-Doppelzimmer in der City in München mit 80 Euro (Goethstraße) gar nicht so schlecht abschneidet. In Stuttgart fanden die Rechercheure nichts unter 159 Euro. Zu Wiesn- und Messezeiten dürfte freilich auch München kräftig anziehen. Mit Vorsicht zu betrachten sind auch die Theaterpreise: Mit 22 Euro für eine Karte im Gärtnerplatztheater liegt München gleichauf mit Dortmund auf dem Schnäppchenplatz. Doch solche Karten muss man erst einmal bekommen. Je nach Vorstellung reichen die Preise auch bis 120 Euro. Ein Reifenwechsel bei einem VW Golf kostet 16 bis 30 Euro, wobei die Autostadt Stuttgart am teuersten ist und München mit 24 Euro im Mittelfeld rangiert. Apropos Auto: Parken ist in München am teuersten, tanken wieder in Stuttgart: Am vergangenen Montag kostete ein Liter Diesel hier 1,49 Euro – vier Cent mehr als in München und sogar sieben Cent mehr als in Hamburg und Berlin. Für eine Tankfüllung summiert sich das schnell auf mehr als 4 Euro. Dafür bekommt man in Hamburg schon zwei Pils. Letzteres ist in München – wohl auch wegen des hier unüblichen Maßes von 0,3 Litern – am teuersten. Fürs gleiche Geld gibt’s hier allerdings auch 0,5 Liter Helles.

Addiert man Miete und Kindergartenplatz als dickste Brocken im Preisvergleich, ist München mit monatlich 721 Euro die teuerste Stadt, gefolgt von Hamburg, Stuttgart, Augsburg, Berlin und Dortmund. Doch ein anderer Vergleich lässt Stuttgart auf den unrühmlichen Platz des Kosten-Königs klettern: Die Hauptstadt Baden-Württembergs liefert bei den 22 ausgewählten Positionen neunmal den teuersten Wert und ist nur dreimal unter den billigsten. München hat je fünf Höchst- und Tiefstpreise.

Fazit: Man kann in München kostenbewusst einkaufen. Doch wer nicht das Glück hat, eine günstige Wohnung gefunden zu haben, dem wird von seinem Einkommen trotzdem weniger bleiben als in anderen Metropolen der Republik. Und wenn der Geldbeutel leer ist, verliert der Kultur- und Freizeitwert, mit dem München die gesammelte Konkurrenz überstrahlt, schnell seinen Glanz.

Von Peter T. Schmidt und Alexandra Müller

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Kommentare

gast2000
(0)(0)

die Tz hat denk ich mal den Kaltmietspiegel eingetragen, denn selbst in Perlach ist man bei 650 Kaltmiete. und ich denke nicht, das einem RICHTIGEN Münchner das Herz in Perlach, Ramersdorf oder Laim aufgeht...und das ist keine mittlere Lage!!!!
komplett falsche Recherche... wieder mal ein Ossi am werk gewesen!?

Stefan51Antwort
(0)(0)

Wenn sie mal einen Nachmieter suchen sollten dürfen Sie sich gerne bei mir melden ;))

Zahlnix
(3)(0)

ich finde immer ein Minderungsgrund für die Miete!!