Sanierung kommt nicht in Gang

Städtische Kliniken: Fusion geplatzt!

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Rund 100 Jahre alt: das Klinikum Schwabing

München - Die Sanierung der Städtischen Kliniken kommt einfach nicht in Gang. Für eine Fusion fehlt das Grundstück, und die Hochrechnung für das laufende hat sich um Millionen Euro verschlechtert.

Die Sanierung der Städtischen Kliniken scheint einfach nicht in Gang zu kommen: Zum einen könnte der Plan scheitern, zwei alte und teure Krankenhäuser in einem hochmodernen zusammenzulegen. Die Stadt hat kein Grundstück für einen Ersatzbau der Kliniken Schwabing und Bogenhausen gefunden. Zum anderen hat das Klinikum nach tz-Informationen seine Hochrechnung für das laufende Jahr um zehn Millionen Euro verschlechtert – statt 38 Millionen Euro Miese rechnet das Klinikum mit 48 Millionen Euro Miesen!

Über die Standort-Frage berät am Donnerstag der Stadtrat: Insgesamt könnten auf das Klinikum mit seinen fünf Häusern Investitionen von 1,5 Milliarden Euro zukommen – 617 Millionen Euro müssten nach einer Studie in die Sanierung von Schwabing und Bogenhausen fließen. Da ein einziger Neubau kaum teurer und hinterher sogar wirtschaftlicher zu betreiben wäre, forderte der Stadtrat im Dezember ein „Nordklinikum“.

Das Planungsreferat findet aber kein Grundstück! Für die 1400 bis 1600 geforderten Betten seien bis zu 40 Hektar nötig. Möglich sei nur die Erweiterung der beiden Standorte, erklärt Stadtbaurätin Elisabeth Merk. In Bogenhausen könnte bei zusätzlich 200 Betten das Haus im laufenden Betrieb saniert werden. Anschließend könnten Betten aus Schwabing verlagert werden.

Oder anderes herum mit einem Neubau in Schwabing, wie Rot-Grün fordert. „Die Frage ist, ob wir das Nein des Denkmalschutzes für die Altbauten hinnehmen“, sagt SPD-Fraktionschef Alexander Reissl.

Die FDP wundert sich: Warum sucht die Stadt 40 Hektar für 1400 Betten, wenn Bogenhausen selbst mit bis zu 1250 Betten auf acht Hektar steht? „Das ist typisch für die Debatte: völlig konzeptionslos“, ärgert sich FDP-OB-Kandidat Michael Mattar. CSU-Kollege Josef Schmid freut sich zwar, dass die Standorte erhalten bleiben, fordert aber noch ein echtes Sanierungskonzept.

Das wird immer drängender: Bislang rechnete die Geschäftsführung heuer mit einem 38-Millionen Euro-Defizit. Nach einer internen Hochrechnung läuft es auf ein Minus von 48 Millionen Euro hinaus. Das Klinikum bestätigt, wiegelt aber ab: „Man kann auf Grundlage von zwei Monaten zum Jahresanfang nicht seriös auf ein Defizit zum Jahresende 2013 schließen.“ Die alte Prognose bleibe gültig.

DAC

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