Stalker terrorisiert Krankenschwester

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Obwohl Karlheinz Z. der Knast oder die Einweisung in die Psychiatrie droht, attackiert er seine Ex-Freundin Maria T. weiter.

München - „Die Treibjagd hat begonnen!“ Diese Drohung schickte Karlheinz Z. seiner Ex-Freundin Maria per SMS. Der 62-jährige Kaufmann meinte es ernst, stalkte die Frau - und landete jetzt vor Gericht.

Er bombardierte die 54-jährige Krankenschwester mit tausenden von Anrufen und SMS, zerstach ihre Autoreifen, klingelte nachts Sturm. Er terrorisierte ihren kranken Sohn. Er verteile Flugblätter an ihrem Arbeitsplatz in einer Pasinger Klinik und stellte sie als Prostituierte dar. Am Mittwoch begann der Prozess gegen den Horror-Stalker. Als er sein Opfer vor dem Justizgebäude sah, attackierte er sie wieder mit Gemeinheiten unter der Gürtellinie.

Der Terror hatte begonnen, als sich Maria T. im März 2010 von ihrem verheirateten Liebhaber trennte. „Ich brauchte einfach wieder Luft zum Atmen“, erzählte sie am Mittwoch als Zeugin vor Gericht. Er aber habe ihr gedroht: „Dir nehme ich die Luft zum Atmen!“

Das ist ihm gelungen. Maria T. konnte sich keinen Meter bewegen, ohne sicher zu sein, dass er ihr auf den Fersen ist. Karlheinz Z. kletterte auf ihren Balkon, starrte sie an. Tag und Nacht terrorisierte er sie mit Anrufen und SMS-Botschaften mit zum Teil ekelhaften Beleidigungen. Hatte sie Nachtdienst in der Klinik gingen dort ständig Anrufe ein. Er wurde sogar persönlich bei der Stationsleiterin vorstellig, um Maria T. zu verunglimpfen. „Sie wurde immer nervöser“, berichtete Marias Chefin im Zeugenstand. „Sie gab deshalb ihren Job als Schichtleiterin auf.“ An mindestens 121 Tagen terrorisierte Karlheinz Z. laut Anklage sein Opfer, ehe er im Oktober für zwei Wochen verhaftet wurde. Von einem Kontaktverbot ließ er sich nicht abschrecken. „Ich gestehe, dass ich stark übers Ziel hinausgeschossen bin“, sagte der Angeklagte, um gleich weitere Gemeinheiten zum Besten zu geben.

„Ich bin mittlerweile eine fast gebrochene Person“, sagte Maria T. im Zeugenstand. Was er mit einem Grinsen quittierte. Sie weiter: „Er ist wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde.“ Das trifft wahrscheinlich genau zu, denn auch die psychiatrische Gutachterin attestierte ihm eine „Persönlichkeitsstörung mit doppelter Buchführung.“ Vor einem Urteil soll er nun erst genau psychiatrisch begutachtet werden.

Eberhard Unfried

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