Prozess in München

Stalking-Opfer befürchtete sogar Amoklauf

München - Sie ließ ihre Tochter von der Polizei abholen: Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Stalker hat eine Zeugin geschildert, wie groß die Angst vor dem Mann war.  

Die ehemalige Kommilitonin des Angeklagten schilderte am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht die Nachstellungen. Die Zeugin empfand das Verhalten des Waffennarren als so bedrohlich, dass sie vor der Ankunft ihrer Tochter nach einem USA-Aufenthalt die Flughafenpolizei benachrichtigte - aus Angst vor einem Amoklauf des Mannes am Flughafen. „Das Kind war zehn Monate in den USA, und bei der Ankunft steht die Polizei da“, sagte die 46-Jährige am Mittwoch.

Angeklagt ist ein Rechtsanwalt, den die Zeugin 1992 während des Studiums kennengelernt hatte. Sie und ihr Mann freundeten sich mit dem heute knapp 42-Jährigen an, der Pate ihrer jüngeren Tochter wurde. Allerdings hat sich sein Verhalten nach ihren Angaben im Laufe der Jahre befremdlich verändert. Er sei ein Perfektionist gewesen, „ohne Rücksicht auf Verluste“.

In der Wohnung des Mannes fand die Polizei Chemikalien zur Herstellung einer großen Menge Sprengstoff. Laut Anklage plante der Anwalt einen Sprengstoffanschlag auf die Familie und wollte außerdem gerüstet sein für etwaige Polizeimaßnahmen. Der Angeklagte hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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