Obergiesinger Mordfall

Stalking: Warum half ihr keiner?

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Roland B. (46) schweigt zu den Mordvorwürfen und trat in den Hungerstreik.

Sieben Jahre lang wurde sie gestalkt und dann mit einem Messer erstochen. Doch warum konnte Tsin-Ieh L. niemand helfen?

Diese Frage stellt sich nach drei Prozesstagen im Obergiesinger Mordfall. „Sie lebte in ständiger Angst“, berichteten Nachbarn nun. Sogar per Flugblatt hatte das spätere Mordopfer vor ihrem Ex-Freund gewarnt, den sie im August 2009 verlassen hatte. Das Beziehungsende hatte er nie akzeptiert und soll sein Opfer laut Anklage ermordet haben. Ihren Ex-Freund hatte L. mehrfach angezeigt, er kassierte sogar ein Urteil vom Amtsgericht wegen Stalkings.

Die Geldstrafe war Roland B. aber egal, er schrieb weiter E-Mails und manipulierte ihr Fahrrad in der Bayrischzeller Straße. „Sie traute sich kaum noch aus dem Haus“, sagt Nachbarin Rita S. Von der Polizei habe sie aber keinen Schutz erhalten. „Wir haben dann auf sie aufgepasst, so gut es ging. Aber sie sagte: ‚Irgendwann wird Roland mich mal umbringen‘. Bitter: Damit hatte Tsin-Ieh L. am Ende wohl recht. Ein Nachbar hatte versucht, sie zu retten, als sie blutüberströmt im Hausflur lag: „Ich zog mein Hemd aus und presste es auf ihre Wunden.“ Doch L. verblutete binnen Minuten. Richter Höhne dankte dem Zeugen trotzdem: „Auch ein Profi hätte sie nicht retten können.“

A. Thieme

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