Seehofer drückt wohl aufs Gas

2. Stammstrecke: Dienstag verhandelt die Staatsregierung

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Kommt sie jetzt doch? Viele Kritiker halten die 2. Stammstrecke für unfinanzierbar. Doch Berlin und München wollen zahlen.

München - Die Anzeichen verdichten sich, dass es den Verantwortlichen nun ernst ist mit der zweiten S-Bahn-Stammstrecke. Am Dienstag beschäftigt sich jetzt das bayerische Kabinett mit dem Thema.

Vorige Woche versprach Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin vor OB Dieter Reiter (SPD) und Vertretern der Landkreise, Kommunen und Wirtschaftsverbände im Großraum München, dass der Bund seinen bisher versprochenen Anteil an der Finanzierung der zweiten Stammstrecke erhöhen werde, falls die Kosten noch mal steigen würden. Am Dienstag beschäftigt sich jetzt das bayerische Kabinett mit dem Thema.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte sich zuletzt schon mehrfach mit OB Reiter über die S-Bahn-Stammstrecke unterhalten. Die Ergebnisse dieser Unterredungen blieben bislang stets geheim – nur heißt es, dass Seehofer aufs Gas drückt.

Runder Tisch, runde Sache? Das bayerische Kabinett berät über die -S-Bahn.

Am Dienstag sollen die Minister und Staatssekretäre der bayerischen Landesregierung über den Sachstand bei der Stammstrecke informiert werden. Der für den Verkehr in Bayern zuständige Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte angeordnet, dass sein Haus die Kalkulationen der Bahn für die Stammstrecke nochmals nachrechnet. Insider vermuten, dass Hermann bereits erste Ergebnisse hat. Freistaat, Bund und Bahn einigten sich 2011 darauf, das Projekt gemeinsam zu finanzieren – damals ging man von gut zwei Milliarden Euro Baukosten aus.

Der Freistaat wollte 1,274 Milliarden Euro beisteuern, der Bund knapp 500 Millionen. Außerdem sollte ein 492-Millionen-Euro-Darlehen von Bund, Freistaat und Stadt München an den Flughafen, das zurückgezahlt werden muss, für den Bau der Stammstrecke verwendet werden. Herrmann hatte schon erklärt, dass sich der Freistaat an Mehrkosten beteiligen werde. Bleibt abzuwarten, ob Dobrindt nun sein Versprechen halten kann. Denn für die Finanzen ist sein Kabinettskollege Wolfgang Schäuble (CDU) zuständig.

Johannes Welte

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