Neue Berechnungen

Stammstrecke: Zweite Röhre unrentabel?

+
S-Bahn-Pendler am Hauptbahnhof in München.

München - Neuen Berechnungen zufolge könnte die zweite S-Bahn-Stammstrecke die Reisezeit verlängern.

Am Mittwoch hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Bau eines zweiten S-Bahn-Tunnels befürwortet. „Wir wollen die zweite Stammstrecke und werden sie auch bauen“, sagte der Landesvater über das Zwei-Milliarden-Projekt, das die Reisezeiten verkürzen und den Verkehr von der Straße auf die Schiene verlegen soll. Jetzt behaupten Tunnelgegner, dass das Mega-Projekt mehr Probleme schaffen als beseitigen würde.

Die Bürgerinitiative S-Bahn-Tunnel Haidhausen begründet ihren Verdacht mit Berechnungen von der Verkehrsberatung Vieregg-Rössler GmbH. 600 000 Fahrgastminuten sollen durch den Bau täglich eingespart werden. „Dabei wurde ein Punkt vernachlässigt“, betont Dr. Walter Heldmann, stellvertretend für die BI: In die Reisezeitänderungen fließen nämlich die längeren Fußwege aus den 40 Meter unter der Oberfläche liegenden Röhren nicht mit ein.

Aus den neuen Berechnungen ergebe sich sogar eine Verlängerung der Reisezeit von 400 000 Minuten pro Tag. Die Meinung der Bürgerinitiative: Selbst wenn der Tunnel gebaut würde, wäre es sinnvoller, ihn nicht zu benutzen. Durch die längeren Reisezeiten befürchten die Tunnel-Gegner eine Abwanderung der Fahrgäste von der S-Bahn auf die Straße. Heißt: Die zweite S-Bahn-Röhre würde das Gegenteil bewirken. Sollten die Kosten höher sein als der Nutzen, darf der Tunnel nicht mit Steuergeldern finanziert werden. Was Horst Seehofer wohl zu dieser neuen Rechnung sagt?

Johannes Heininger

Auch interessant

Kommentare