Überfüllte Züge am Montag

Stammstrecken-Chaos: Darum war die Bahn machtlos

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München - Diese Szenen nach dem Stammstrecken-Chaos waren nichts für Menschen, die ein Problem mit Enge haben. Die Bahn erklärt, wieso sie gegen überfüllte Züge machtlos war.

Am späten Montagnachmittag hatte die Bahn die Strecke zwischen Donnersberger Brücke und München-Pasing komplett gesperrt. Grund war ein Notarzt- und Polizeieinsatz. Wer konnte, stieg auf U-Bahn und Tram um und erlebte, wie Menschenmassen an den Haltestellen zurückgelassen wurden - so voll war es in den Wagen.

Extra-Busse fuhren nicht. "So kurzfristig bekommen Sie keinen Schienenersatzverkehr organisiert", sagt ein Bahnsprecher am Dienstag im Gespräch mit unserem Nachrichtenportal. "Ein Ersatzverkehr sei maximal auf den Außenästen möglich, es dauere aber auch dort mindestens 40 Minuten, bis der erste Bus Fahrgäste abholt. "Ort und Zeitpunkt für die Sperrung waren denkbar schlecht", so der Bahnsprecher.

Als die S-Bahnen, Regionalbahnen und Fernzüge wieder fahren durften, drängten sich so viele Menschen in die Gänge der Züge, dass die Situation kaum zu ertragen war. Geschwächt umkippen konnte niemand, denn dafür gab es keinen Platz. Ein Video dokumentiert, wie die Pendler dicht gedrängt zusammenstehen und darauf hoffen, dass die Türen piepsend schließen und der Zug losfährt.

User schickten uns später Nachrichten, in denen sie auf die "Verantwortungslosigkeit der Bahn" schimpften. Sie regten sich auf, dass kein Bahnmitarbeiter eingeschritten sei um durchzusetzen, dass manche Fahrgäste wieder ausstiegen und auf den nächsten Zug warteten.

Bahn-Sprecher: Niemand gibt freiwillig seinen Platz auf

"Wer drin ist, steigt nicht aus. In so einem Chaos können wir nur appellieren, niemanden zwingen, seinen Platz aufzugeben", sagt der Bahnsprecher. Die S-Bahnen seien sowieso auf Stehplätze ausgelegt. Das Problem, die S-Bahn könne wegen des Pulks von Menschen zu schwer sein, existiere nicht.

Lediglich im Falle eines überfüllten ICE würde die Bahn manchmal die Polizei rufen, damit diese einen überfüllten Waggon räumt. "Und dann bekommen die Fahrgäste, die aussteigen müssen, zum Beispiel Gutscheine von uns - als Wiedergutmachung." 

sah

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