Stammstrecken-Sperre: Aufstand der Geschäftsleute!

+
Wolfgang Fischer (CityPartnerMünchen), ist empört über die Baupläne der Bahn. „Das ist der Super-Gau für den Handel!“

München - Im Sommer wird die Stammstrecke an sieben Wochenenden wegen Bauarbeiten gesperrt. Jetzt gehen die Münchner Geschäftsleute auf die Barrikaden.

S-Bahn-Chaos statt Shopping-Tour: Im Sommer brauchen wir zum Einkaufen in der Innenstadt Nerven so dick wie Bahngleise. Die Stammstrecke wird an sieben Wochenenden – vom 6. Juli bis zum 20. August – wegen Bauarbeiten gesperrt. Und zwar von Freitagabend 19.30 Uhr bis Montag um 4 Uhr.

„Für den Handel ist das der Super-Gau“, sagt Wolfgang Fischer, Geschäftsführer des Verbands CityPartnerMünchen. „Das kostet den Handel Millionen!“ An Samstagen sei „das Geschäft in der Innenstadt extrem stark, und dann kommt hinzu, dass Sommerschlussverkauf und Ferienbeginn ist“, ärgert sich Fischer. Der Handel sei auf S-Bahnen angewiesen: „70 Prozent unserer Kunden kommen mit dem ÖPNV.“ Fischer appelliert, am Freitagabend erst um 20.30 Uhr zu sperren: „Sonst stranden Kunden und Mitarbeiter in der Stadt.“

Außerdem stört CityPartnerMünchen, dass bei der S-Bahn zwischen Pasing und dem Ostbahnhof an sieben Wochenenden hintereinander nichts geht. „Wir wünschen uns, dass die Züge zwischendrin mal fahren“, fordert Fischer. Kein Kunde verschiebe seinen Einkauf um acht Wochen, und der Schienenersatzverkehr sei für viele zu umständlich.

Deshalb wünscht sich Andreas Nagel vom Fahrgastverband Pro Bahn Ersatzbusse entlang der Strecke. „Das Kreisverwaltungsreferat sollte für freie Fahrt sorgen.“

„Wir sind extra auf die Ferien und die Wochenenden ausgewichen, um den Berufsverkehr nicht zu beeinträchtigen. Deshalb soll montags ab 4 Uhr auch alles wie gewohnt laufen“, sagte ein Bahnsprecher. Die geplanten technischen Umbauten und Brandschutzbauten seien dringend notwendig. Zudem werden neue Decken und hellere Leuchten eingebaut und außerhalb des Tunnels Schienen und Weichen erneuert. Aus technischen Gründen müsse sieben Wochen an Stück gesperrt werden.

Für 2013 kündigt der Bahnsprecher übrigens weitere Sperrungen an.

Susanne Sasse

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare