Lob und Kritik

Stammstrecken-Sperrung: Die Bilanz

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Ein Foto von Anfang Juli: Die Fahrgäste mussten sich erst noch auf die Sperrung einstellen

München  Zum letzten Mal ist am Wochenende die Stammstrecke der S-Bahn zwischen Ostbahnhof und Pasing wegen Sanierungsarbeiten gesperrt worden. Die Fahrgast-Vereinigung lobt die Bahn, sieht aber auch Anlass für Kritik.

An sieben aufeinanderfolgenden Wochenenden standen die S-Bahnen im Juli und August still. Nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn (DB) verliefen die Arbeiten und der Verkehr mit Ersatzbussen die Wochen über reibungslos.

Die Fahrgast-Organisation “Aktion Münchner Fahrgäste“ hingegen kritisierte vermeidbare Probleme bei der ersten Wochenendsperrung und legte eine lange Liste mit Verbesserungsvorschlägen vor. Fahrgäste klagten zudem immer wieder über extrem lange Reisezeiten. Insgesamt zieht aber auch die "Aktion Münchner Fahrgäste" in untenstehender Mitteilung ein positives Fazit.

Die Mitteilung der "Aktion Münchner Fahrgäste" im Wortlaut:

Bahn hat die Stammstreckensperrung gut gemeistert

An sieben Wochenenden verkehrten auf der Stammstrecke der S-Bahn München keine Züge. Statt dessen gab es einen Schienenersatzverkehr (SEV) und teileweise veränderte Linienführungen der S-Bahnzüge. Nach Abschluß der diesjährigen Arbeiten stellt der Fahrgastverband fest, daß die Stammstreckensperrung insgesamt gut gemeistert wurde. Die verschiedenen Bereiche der Bahn haben ihre jeweiligen Aufgaben gut erfüllt und im Sinne der Fahrgäste zusammengearbeitet. Natürlich gab es Unzulänglichkeiten und man wird für künftige derartige Ereignisse Lehren ziehen können. Aber es wurde von der Bahn sehr schnell auf Anregungen und Hinweise reagiert. Beispielsweise wurde die Beschilderung nach dem ersten Wochenende deutlich verbessert.

Im Verlauf der vergangenen Wochen war zu bemerken, daß sich die Münchner Fahrgäste im System des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) anders orientierten und andere Wege bevorzugten. Dies zeigt aus Sicht der Aktion Münchner Fahrgäste, wie wichtig gute Verknüpfungen der Verkehrsmittel auch im Regelbetrieb sind.

Einen großen Anteil am Gelingen hatten die eingesetzten Servicekräfte. Sowohl die Mitarbeiter der Bahn, wie auch die zusätzlichen Mitarbeiter gaben sich die größte Mühe, die Fahrgäste auf den besten Weg zu schicken.

Das Konzept der SEV-Linie von Pasing zum Ostbahnhof hat sich bewährt. Selbst in Zeiten von erhöhtem Individualverkehr in der Innesnstadt kamen die versprochenen 20 Busse in der Stunde, wenn auch teilweise mit größeren Abständen. Gut war, daß die SEV-Linie auch die ganze Nacht über fuhr. Zusammen mit dem regulären Nachtverkehr war es ein gutes Angebot.

Ein Lob gibt es für die Planung und Ausführung der Bauarbeiten. Es ist ja nicht selbstverständlich, daß immer alles rechtzeitig wieder dem Betrieb übergeben wird. Aber es hat geklappt und die Züge fuhren jeweils im Berufsverkehr am Montagmorgen wieder.

Natürlich kann Gutes auch immer noch besser werden, so fordern wir ganz klar "Freie Bahn für SEV-Busse". Die Behörden der Landehauptstadt München müssen da noch mehr für die Fahrgäste tun und öfter einmal eine Entscheidung für den Linienverkehr auch an der Oberfläche treffen.

Gedanken an eine Kürzung der Intervalle des SEV-Verkehrs sollten erst gar nicht aufkommen, denn der Ausfall nur eines Busses würde dann zu nicht mehr hinnehmbaren Wartezeiten führen. Der Besetzungsgrad einzelner Fahrzeuge ist kein Maßstab für die Notwendigkeit des Ersatzverkehrs.

"Die Münchner Fahrgäste erwarten nun natürlich auch einen zuverlässigeren Betrieb und eine bessere Information im Störungsfall", sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. Die S-Bahn ist das wichtigste Verbindungsglied zwischen der Region und der Stadt. Für ihre Zuverlässigkeit muß künftig noch mehr getan werden."

Rückblick: So lief das erste Wochenende der Sperrung

Kein S-Bahn-Verkehr auf der Stammstrecke

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