Stammstrecken-Sperrung: So wirkte sie sich aus

München - So eine Streckensperrung hat die S-Bahn in ihrem 39-jährigen Bestehen noch nicht erlebt. Doch bis Montagabend hielten sich die Auswirkungen in Grenzen.

S-Bahn-Sperrung zu Pfingsten in München

S-Bahn-Sperrung zu Pfingsten in München

An der Hackerbrücke und in Laim hatten drei Weichen sowie ein Kilometer Gleis mitsamt Schotterunterbau und Schwellen ihr Haltbarkeitsdatum überschritten und mussten ausgewechselt werden. Die Folge: eine 80-stündige Stammstrecken-Sperrung zwischen Pasing und Ostbahnhof von Freitagabend bis Dienstagfrüh. Doch das große Chaos blieb aus – zumindest bis zum Montagabend.
Die Bahn nutzte die verkehrsarmen Pfingstfeiertage für die Umbauarbeiten. Bei dieser Gelegenheit wurden auch der verrußte und mit Graffiti beschmierte S-Bahnhof Donnersberger Brücke gereinigt.

Außerdem begann die Bahn am Stachus mit dem Einbau eines neuen Aufzuges, am Isartor und am Rosenheimer Platz wurde der Brandschutz verbessert.

Die Totalsperre bedeutete für die aus Westen kommenden S1, S2 und S6, dass sie ohne Halt zwischen Laim und Hackerbrücke oberirdisch bis zum Hauptbahnhof fuhren, S3 und S4 endeten von Westen kommend in Pasing. Die S7 stoppte noch an der Donnersbergerbrücke, ehe sie am Starnberger Flügelbahnhof endete. Von Osten her endeten alle S-Bahnen am Ostbahnhof. Nur die S8 fuhr über den Südring von Pasing ohne Halt zum Ostbahnhof, von dort ohne Halt weiter bis Daglfing, und umgekehrt.

Die Bahn setzte als Ersatzverkehrsmittel 50 Busse ein, die im Zwei- bis Drei-Minuten-Takt die S-Bahnhöfe an der Stammstrecke anfuhren. Die Fahrt von Pasing bis Ostbahnhof dauerte statt der üblichen 19 satte 53 Minuten. Die S8 schaffte dieselbe Verbindung über den Südring in 18 Minuten. Die MVG schickte auf der U5 doppelt so viele Züge aufs Gleis, auch Tram und Bus fuhren verstärkt. Insgesamt klappte der Ersatzverkehr gut.

J. Welte

Reibungsloser Ersatzverkehr

Die Münchner und ihre Gäste kamen mit dem Ausfall der Stammstrecke über Pfingsten gut zurecht. Dabei musste auch der Baustellen-bedingte Ausfall der Tram 19 zwischen Pasing und Willibaldplatz ausgeglichen werden. „Viele einheimische Fahrgäste mieden die S-Bahn und wichen auf U-Bahn, Trambahn und reguläre Busse aus“, so Andreas Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste. Das sei der frühzeitigen Informationspolitik der Bahn zu verdanken. Eine große Zahl von Helfern habe die Fahrgäste gut informiert. Die Busse hätten ausgereicht. Auch die An- und Ab­reise zum Olympia-Event in der Allianz-Arena am Samstag sowie zum Bon-Jovi-Konzert am Sonntag im Olympiastadion klappte dank zusätzlicher U-Bahnen gut. Viele Münchner waren auch auf Taxis und ihre eigenen Autos umgestiegen: So gab es am Samstag Chaos am Nordausgang des Hauptbahnhofes sowie am Rindermarkt.

Stars, die Winterspiele und Du! am 11.06.2011

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Bon Jovi im Olympiastadion

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Rubriklistenbild: © Bodmer

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