Standort für israelisches Konsulat steht fest

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Das israelische Konsulat soll in das Gebäude in der Brienner Straße 19 kommen.

München - Im Sommer bekommt München ein israelisches Generalkonsulat. Jetzt steht auch der Standtort für die diplomatische Vertretung fest - nicht weit entfernt vom Platz der Opfer des Nationalsozialismus.

Siebzig Jahre nach dem Beginn des Holocaust eröffnet der Staat Israel sein erstes deutsches Generalkonsulat in München, der einstigen Hauptstadt der NS-Bewegung. Wie der Münchner Merkur erfuhr, kommt das Generalkonsulat Israels in die Brienner Straße 19 in München - und damit ganz in die Nähe des Platz der Opfer des Nationalsozialismus.

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Bei einer Feierstunde mit dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman nannte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) dies am Freitag eine “Sternstunde der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland“. “Kaum jemand glaubte ursprünglich, dass der tiefe Graben, den der Holocaust gerissen hat, jemals wieder überbrückt werden könnte.“ 

Das Generalkonsulat soll noch im Laufe des Jahres eröffnet werden. München als Ausgangspunkt der Verfolgung und planmäßigen Ermordung der europäischen Juden und Schauplatz des blutigen Attentats auf die israelische Olympiamannschaft im Jahr 1972 könne “sehr dankbar“ für diesen Schritt der Aussöhnung sein, sagte der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Ude erinnerte auch daran, dass der Staat Israel in seinen Anfangsjahren die wenigen in Deutschland verbliebenen Juden zur Auswanderung aufforderte.

Die jüdische Gemeinde ist heute mit 9500 Mitgliedern wieder die zweitgrößte in Deutschland. Lieberman wollte nach dem Festakt in der Staatskanzlei weiter in das Münchner Olympische Dorf fahren, um dort des Olympia-Attentats zu gedenken.

mm/dpa

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