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Schuhbeck in Not: Auch sieben Wochen nach dem Urteil hat Star-Koch noch nichts beglichen – Haft droht

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Von: Andreas Thieme

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Alfons Schuhbeck und seine Steuerschulden: Insgesamt 2,3 Millionen Euro hat der Star-Koch illegal am Fiskus vorbeigeschleust, knapp die Hälfte muss er zurückzahlen. Doch davon ist Schuhbeck weit entfernt: Nach Angaben des Landgerichts hat er noch keinen Cent beglichen.

München – Der große Star-Koch und Unternehmer Alfons Schuhbeck: Dieses Bild gehört längst der Vergangenheit an. Denn in der Gegenwart ist Schuhbeck ein verurteilter Steuersünder und muss rund 1,2 Millionen Euro an den Fiskus nachzahlen – doch das wird auch in Zukunft schwierig für ihn werden. Denn bereits im Frühjahr hatte er Insolvenz für seine Firmen anmelden müssen und sucht nun händeringend nach Investoren, die seine Schulden übernehmen könnten.

Sieben Wochen nach der Urteilsverkündung: Schuhbeck hat noch nichts zurückgezahlt

Nach Informationen unserer Redaktion hat Alfons Schuhbeck auch sieben Wochen nach seiner Verurteilung am Landgericht München I bis heute noch keinen Cent zurückgezahlt. Dabei hatte der Koch angekündigt, die volle Verantwortung für seine Fehler übernehmen zu wollen – davon ist bislang zumindest nichts zu sehen. Fakt ist: Eine Schadenswiedergutmachung ist „hier nicht bekannt geworden“, sagt Laurent Lafleur, Pressesprecher des Oberlandesgerichts in München.

Star-Koch Alfons Schuhbeck muss ins Gefängnis.
„Alfons Schuhbeck steht zu seiner Schuld“, ließen seine Anwälte über einen Sprecher mitteilen. © Sven Hoppe/dpa

„Unermüdlich“ arbeitet Schuhbeck nach Auskunft seines Beraters jedoch daran, die Schulden bald zurückzahlen zu können. Dafür brauche er jedoch Investoren, denn aus eigener Tasche kann Schuhbeck die Summe nicht begleichen. Er ist mittlerweile gar kein Unternehmer mehr, sondern nur noch Angestellter der im Zuge der Insolvenz neu gegründeten Schuhbecks Company GmbH – als solcher fließen seine Einnahmen in die Insolvenzmasse. Privatvermögen darf Schuhbeck nur in sehr begrenztem Umfang anhäufen. Zur Begleichung der Steuerschulden reicht das nicht im Ansatz, wie aus seinem Umfeld zu hören ist.

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München: Seine Steuerschulden hat Schuhbeck nicht beglichen – zieht er die Revision zurück, muss er in Haft

Wann muss Schuhbeck eigentlich seine Haft antreten? Diese Frage stellen sich viele Fans und Beobachter des Steuerfalles, für den das Landgericht München I eine Strafe von drei Jahren und zwei Monaten Haft verhängt hatte. Gegen das Urteil beantragte Schuhbeck Revision, die aktuell vom Bundesgerichtshof geprüft wird – was Monate dauern kann. Doch der Fall könnte auch schneller entschieden werden, wenn Schuhbeck die Revision zurückziehen würde, was für ihn eine „ernsthafte Option“ darstellt, wie unsere Redaktion aus engsten Kreisen des Kochs erfahren hat.

Demnach will Schuhbeck die vorgehaltenen Steuerverkürzungen sowie die Erwägungen zur Strafzumessung auf Basis des schriftlichen Urteils nachvollziehen können. „Sollten die schriftlichen Gründe das Landgerichtsurteil tragen, werde ich meine Anwälte bitten, die Revision im Zweifel zurückzunehmen“, erklärte Schuhbeck dazu. In dem Fall müsste er demnächst tatsächlich die Haft antreten. Wahrscheinlich wäre dies im Januar.

 

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