Bock-Abend der Alpha-Tiere

Maibock-Anstich: So haben Söder und Asül sich vorbereitet

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Finanzminister Söder und Kabarettist Django Asül. 

München - Am Donnerstagabend treten Markus Söder und Django Asül beim traditionellen Maibock-Anstich im Hofbräuhaus auf. Darum geht es in ihren diesjährigen Reden.

Ja, es ist Gaudi – aber es hat mittlerweile schon auch was von Wettkampf! Wenn am Donnerstagabend (21 Uhr im Bayerischen Fernsehen) ­Finanzminister Markus Söder (50, CSU) und ­Kabarettist Django Asül (45) beim Maibock-Anstich im Hofbräuhaus auftreten, dann ist das auch das Aufeinandertreffen zweier Alpha-Tiere. Der eine ein Polit-Schwergewicht, der andere eine Kabarett-Größe. Und beide sind es gewöhnt, dass sie die Bühne für sich haben. Am Donnerstagabend sind sie aber nacheinander als Starkbier-Redner im Einsatz: bissig und mit Gaudi. Und sie haben Bock. Asül über Söder: „Er ist mein dienstältester Kompagnon – wahrscheinlich hat der Seehofer auch an mich gedacht, als er seine Entscheidung zum Weitermachen getroffen hat.“ Zehnjähriges Jubiläum feiert er heuer beim Maibock. Mit Söder als Hausherrn beim staatseigenen Hofbräu verbinden ihn sechs gemeinsame Jahre. Jahre, in denen Söder mit seinen Reden durchaus kabarettistische Ambitionen zeigte. Django Asül oder Markus Söder: Wer schenkt heute besser ein? Wir haben beide gefragt, worum es in ihren Reden gehen wird und wie sie sich vorbereitet haben. 

Kronprinz mit Spaß-Manifest

Auch wenn Sonnenkönig Horst Seehofer (67, CSU) seine Entscheidung zum Weitermachen erst am Montag offiziell verkündet hat: Einen Kronprinzen bringt das nicht aus dem Konzept. „Meine Rede war schon fertig“, sagt Markus Söder. „In weiser Voraussicht“ habe er die Entscheidung Seehofers nämlich bereits vorausgeahnt.

Prinz Markus musste sich wie in den Vorjahren entscheiden, was er denn nun nach seinen Begrüßungsworten wolle: Spaß oder Ärger. Aber so ganz ohne Ärger macht es gleich auch weniger Spaß. Deswegen: „Es ist wieder Potenzial für beides vertreten“, sagt Bayerns oberster Guldenmeister. Die Dauerbrenner Fake News und Wahrheit will der Finanzminister durch das Brauhaus am Platzl jagen. Ein Thema, das schon Luise Kinseher (48) bei der Salvatorprobe auf dem Nockherberg angepackt hatte. Dass Söder in seiner Rede zu sanft wird, befürchtet kaum einer. Hielten doch manche schon seine Worte 2016 nach einem fulminanten Vorjahr für zu verletzend. Dennoch: Auch die CSU-Kollegen will Söder nicht schonen. Auch um das Verhältnis Bayern und Berlin soll es gehen.

Söder will bei seinem Auftritt kein Blatt vor den Mund nehmen. 

Nicht wie in den letzten Jahren über den Wolken oder im Hofbräuhaus selbst hat der Beinahe-König seine Rede verfasst. Sondern in der heimischen Residenz. Burgfräulein Karin Baumüller-Söder nahm die Rede ab. „‚Passt scho‘, die größte Form der Anerkennung im Frankenlande“, sei das Urteil seiner Angetrauten gewesen, so Söder. Für den Profi-Gaukler an seiner Seite hat das fränkische Blaublut nur lobende Worte parat. Ein „echtes bayerisches Schlitzohr“ sei er, der Django Asül.

Das Zehnjährige des Derbleckens

Beleidigt sei so ein Markus Söder nicht, erzählt Django Asül (45). In all den Jahren beim Maibock habe der Finanzminister noch nie Unmut über eine seiner Äußerungen bekundet. „Aus der Lage eines bayerischen Finanzministers heraus, da kann man auch einiges ertragen.“ Doch, da war doch was mit Asüls Abschied beim Nockherberg 2007 nach nur einem Auftritt. Eine „Märtyrerlegende“, die ihm eigentlich recht sein könnte, sagt der Kabarettist. Gehen müssen habe er aber nicht wegen eines frechen Zitats über Söder, sondern weil der Maibock anders besetzt werden sollte.

Also alles Eitelsonnenschein im Hofbräuhaus am Donnerstagabend. Bayerns Kronprinz wird auch beim diesjährigen Derblecken Asüls wieder ausreichend Platz finden. Der Kommentar des Kabarettisten aus Niederbayern mit dem feinsinnigen Humor: „Mein Vorteil ist, dass der Finanzminister selbst auch nicht gerade meinungsscheu ist…“

Django Asül tritt dieses Jahr zum zehnten Mal als Redner beim Maibock-Anstich auf. 

Thema bei Asül wird natürlich auch das Sich-selbst-aus-dem-Hut-Zaubern von Ministerpräsident Horst Seehofer sein. Heuer habe er das Vergnügen, dass am Montag „eine große Sache rausgekommen ist, mit der wirklich niemand gerechnet hat“, witzelt der Niederbayer. „Markus Söder ist dadurch als Finanzminister unersetzlich.“

Geschrieben hat Asül seine Rede vor und nach Auftritten, aber auch daheim im niederbayerischen Hengersberg. Auch wenn sich an der Herangehensweise zur Rede heuer nichts geändert hat: Sein zehnjähriges Jubiläum auf dem Maibock macht Asül stolz. Und deswegen findet er zum Abschluss fast besinnliche Töne. „Kontinuität ist etwas Besonderes in diesen Zeiten.“

Lesen Sie auch bei Merkur.de: Asül: Trump und Putin? „Wir haben Söder und Seehofer“

Ramona Weise

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