Hommage an bayerische Heimat

Diese Münchner versprechen: Nie wieder fade Souvenirs

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Friedrich De Philipp (l.), Julia Hartmann und Christian Czasch mischen den Souvenir-Markt in München mit modernen Mitbringseln auf.

München - Einfach nur ein "I love München" auf Mitbringsel klatschen: Das kommt für drei junge Münchner nicht in Frage. Sie haben ein Start-up für künstlerisch angehauchte Souvenirs gegründet.

Souvenirs aus München? Oft ziemlich langweilig und lieblos, fand Friedrich De Philipp. Nach einer Weltreise hatte der Münchner (32) immer wieder Freunde aus aller Welt zu Gast – die am hiesigen Mitbringsel-Markt verzweifelten.

"Es war immer schwierig, was aus München mitzubringen – außer einem Kasten Augustiner", sagt er. Und so kam der gebürtige Schwabinger auf die Idee: Gründe ich doch ein eigenes Unternehmen für – stylishe und künstlerische – Souvenirs. Er holte sich die ebenfalls gebürtigen Münchner Julia Hartmann (31) und Christian Czasch (32) fürs Grafische und Kaufmännische ins Boot. Und gründete ein Start-up: "FYFY".

Seit Anfang 2014 gibt es im Webshop des Unternehmens Souvenirs mit Heimat-Touch zu kaufen. "Munich Lover", "What happens in the Biergarten stays in the Biergarten", "O'zapft is" oder "Monaco di Bavaria" ist auf den Shirts und Pullovern des Unternehmens zu lesen. Es gibt Brozeitbrettl, die auch Touristen das stilvolle Einverleiben einer Weißwurst erklären. Oder Postkarten mit außergewöhnlichen München-Aufnahmen.

Das Besondere an dem Start-up: Alle Souvenirs der jungen Firma werden von Künstlern gestaltet, die einen Bezug zu München haben. "Wir wollen eine Plattform für sie sein – und das Spektrum von Kreativen mit einem Bezug zu Bayern widerspiegeln", sagt De Philipp. Mit rund 30 Künstlern hat das Unternehmen schon zusammengearbeitet, zum Beispiel mit einer New Yorker Künstlerin, deren Verwandtschaft in München lebt. "Sie liebt die Biergartenkultur hier – und das fanden wir super." Auch der bekannte Graffiti-Künstler Loomit hat schon einen Turnbeutel für das Start-up gestaltet.

Bayerisches Wort "Fei" als Inspiration für den Namen

Die Künstler sind am Umsatz des jeweiligen Produktes beteiligt oder bekommen ein pauschales Honorar. Wichtig ist "FYFY", das Münchner Lebensgefühl durch die Souvenirs zu transportieren. Die Produkte sind nicht nur für Touristen, sondern auch für die Münchner selbst gedacht.

Der Businessplan für das Start-up funktioniert, doch Friedrich De Philipp, Julia Hartmann und Christian Czasch stehen noch am Anfang. Sie betreiben ihren Onlineshop im Moment noch nebenbei. "Klar, das wäre schon ein Traum und mitunter auch ein Ziel, eines Tages davon leben zu können", erzählt De Philipp. Auch einen Laden in München könnten sich die drei jungen Unternehmer für irgendwann vorstellen.

Preislich liegen ihre Souvenirs im Mittelfeld: T-Shirts sind ab 19 Euro, Pullover ab 64 Euro und Turnbeutel ab 12 Euro zu haben. Der Versand kostet fünf Euro, ab einer Bestellung von 60 Euro fallen keine Versandkosten mehr an.

Bei der Produktion versuchen die drei jungen Unternehmer, möglichst viel in Deutschland herstellen zu lassen. Immer sei das aus Preisgründen nicht möglich, sagt De Philipp. Viele der Klamotten werden in Portugal und der Türkei genäht – und hier veredelt. "Aber die Holzbretter werden zum Beispiel komplett in Deutschland hergestellt und unsere Armbänder produzieren wir in München."

Der Name der Unternehmens soll übrigens an das schöne bayerische Wort "fei" erinnern. Was (übersetzt für alle Nicht-Bayern) in etwa "aber wirklich" bedeutet. Aber wirklich lässig, dieses Start-up.

wei

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