Angriff aufs Rathaus! Startbahn-Gegner rollen Plakat aus

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Um elf Uhr haben Aktivisten am Mittwoch während des Glockenspiels am Rathaus ein Banner gegen die Dritte Startbahn ausgerollt.

München - Um elf Uhr haben Aktivisten am Mittwoch während des Glockenspiels am Rathaus ein Banner gegen die Dritte Startbahn ausgerollt. "Eine rechtswidrige Aktion“, schimpft OB Christian Ude.

Als die goldene Uhr der Stadt elf Mal schlägt, da ist das Rathaus längst besetzt…

Fünf Aktivisten stehen hoch oben auf der Aussichtsplattform über dem Marienplatz. Als Touristen verkleidet haben sie sich herauf geschlichen. Sie wissen: Gleich beginnt das beliebte Glockenspiel, das täglich Hunderte Schaulustige anzieht.

Ein Blick nach unten, ein Nicken – dann beginnt der Angriff der Startbahn-Gegner. Rasch rollen sie ihre Transparente aus. „Koa Dritte“ und die Frage „Weltstadt mit Herz?“ steht darauf zu lesen. Und der Name der Gruppe: Plane Stupid („Dummes Flugzeug“).

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In England hat die Protest-Organisation, die sich gegen Flughäfen und Flugverkehr engagiert, schon öfter für Ärger gesorgt. Am 20. März 2011 besetzen Aktivisten eine Startbahn des Flughafens London Southend, im Mai 2010 ketten sich einige Protestler sogar an das Bugrad eines abgestellten Flugzeugs in Manchester. Beide Male beendet die Polizei den Protest – so auch gestern in München. Etwa 15 Minuten hängen die Banner, bis die Polizei einschreitet.

„Die Aktion war ein friedlicher ziviler Ungehorsam“, sagt Organisator Florian Sperk (27). Viele Bürger in Attaching hätten Angst, was der Bau der dritten Startbahn für ihr Eigentum und ihre Gesundheit bedeute. „Niemand kann verlangen, dass wir tatenlos zusehen. Aber: Unsere Aktionen sind keine Randale“, versichert Sperk.

Im Rathaus sieht man das freilich anders. Hier kam der Angriff gar nicht gut an. „Das war eine rechtswidrige Aktion“, schimpft OB Christian Ude (64, SPD). Eine Anzeige der Stadt werde es aber nicht geben. Denn: „Uns ist nicht an einer Eskalation gelegen“, so Ude. Der Stadt sei zudem kein Schaden entstanden. Der Flughafen München wollte keinen Kommentar zur Protest-Aktion abgeben. Am 17. Juni ist der Bürgerentscheid.

A. Thieme

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