Roland Berger Stiftung und Ippen Stiftung fördern talentierte Grundschüler

Starthilfe für Münchner Kindl

Große Freude über den offiziellen Auftakt: Die Stifter Roland Berger (o. li.) und Dirk Ippen (o. re.) mit seiner Frau Marlene Ippen (o. Mitte) mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten.
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Große Freude über den offiziellen Auftakt: Die Stifter Roland Berger (o. li.) und Dirk Ippen (o. re.) mit seiner Frau Marlene Ippen (o. Mitte) mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten.

Endlich! Endlich fiel jetzt auch der offizielle Startschuss für ein ganz besonderes Förderprojekt: Das Münchner Kindl Stipendium. Bei der gestrigen Aufnahmefeier in der „Alten Rotation“, der Eventhalle der Verlage von Münchner Merkur und tz, feierten Kinder, Eltern, Förderer und Organisatoren die neuen, jungen, wissbegierigen Schützlinge. Aber nicht nur wegen Corona-bedingter Auftaktverschiebungen war es an der Zeit.

Es brauche dringend „mehr Chancen- und Bildungsgleichheit“ im deutschen Schulsystem, so der einhelliger Tenor aller Beteiligten. „Immer wieder bin ich empört darüber, dass Kinder, die von zu Hause aus nicht auf Rosen gebettet sind, die Verlierer sind. Das darf nicht so bleiben“, so der Verleger dieser Zeitung, Dirk Ippen. Wie sich das ändern kann, zeigt das Gemeinschaftsprojekt der Roland Berger Stiftung – sie übernimmt die Organisation und Durchführung –, der Ippen Stiftung, die die Finanzierung trägt (siehe Kasten) und sieben beteiligter Münchner Grundschulen – bis jetzt.

München: Roland Berger Stiftung und Ippen Stiftung fördern junge Talente

Gefördert werden Mädchen und Buben, die neugierig, klug und leistungsbereit sind, aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht so unterstützt werden können, wie es für eine talentgerechte Schullaufbahn notwendig wäre. Die neuen „Münchner Kindl“ – viele mit Migrationshintergrund – erhalten in Zusammenarbeit mit ihren Lehrern ganz individuelle Förderpläne nach dem bewährten Modell des Deutschen Schülerstipendiums. Prof. Dr. Roland Berger: „Es gibt in Deutschland immer noch viel Bildungsungerechtigkeit. Gerade Bildung, Persönlichkeitsforderung, Digitalität und Teilhabe an der Gesellschaft mit ihren Werten“ spielten aber „eine ungeheuer wichtige Rolle für den Erfolg unseres Landes“. Darum haben die beiden erfolgreichen Unternehmer beschlossen, sich gerade stärker im Grundschulbereich zu engagieren.

Bei der Aufnahmefeier in der „Alten Rotation“, der Eventhalle der Verlage von Münchner Merkur und tz, feierten Kinder, Eltern, Förderer und Organisatoren die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten.

Uschi Glas kam mit ihrem Gatten Dieter Hermann zur Veranstaltung. Sie selbst bietet mit ihrem Verein „Brotzeit“ Schulfrühstücke in Münchner Brennpunkten an: „Ich finde das natürlich eine ganz tolle Sache, dass es diese Stiftung und das Engagement der Stifter gibt, und dass jetzt auch schon die Kleinen in so starker Form gefördert werden. Denn wir finden ja alle, Förderung muss so früh wie möglich stattfinden.“

In der Alten Rotation war auch Uschi Glas mit ihrem Gatten Dieter Hermann zu Gast.

Per Video begrüßten auch Kultusminister Prof. Michael Piazolo sowie Münchens Bürgermeisterin Katrin Habenschaden das neue Angebot. Sorgt es doch mit vielfältigen Bildungs- und Erziehungsleistungen wie individueller Begleitung durch ehrenamtliche Mentoren, Arbeitsgemeinschaften, Forschen und Experimentieren für maßgeschneiderte Bildungsförderung. Digitales Lernen und Medienkompetenz gehören ebenso selbstverständlich dazu, wie Online-Lese- und Mathe-Wettbewerbe oder „Weltentdeckerstunden“; auch Musikunterricht steht auf dem Programm. Die Stiftung übernimmt etwa auch Kosten für Sportvereine oder Musikschulen. Da alle Kinder auch mit iPads ausgestattet wurden, gelang auch in Pandemiezeiten eine ganz individuelle Förderung der Stipendiaten.

Das Münchner Programm knüpft an die im dritten Jahr erfolgreiche Förderung von Zweitklässlern durch das lppen-Stipendium in Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen an. ,,Warum macht ihr das nicht auch in München?“, war also nur die logische Folge. Und warum eigentlich Münchner Kindl? Ippen: „Weil die Kinder einmal kleine Botschafter der Landeshauptstadt werden sollen. Sie sollen nämlich zeigen, wie kluge und lernwillige Mädchen und Jungen mit der richtigen Unterstützung erfolgreich ihren Weg gehen können. Und außerdem habe er natürlich, „als Kind des Ruhrgebiets, mit sozusagen eigenem Migrationshintergrund in München, ebenfalls ein Herz für alle Neu-Münchner“.

So arbeiten die Stiftungen

Das Müchner-Kindl-Stipendium unterstützt begabte Grundschulkinder, deren Eltern sich aus verschiedensten Gründen nicht so kümmern können, wie es das Talent ihres Kindes verdient. In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften erhält jedes Kind einen individuellen Förderplan und wird nach dem bewährten Modell des Deutschen Schülerstipendiums gefördert. Digitales Lernen und digitale Kompetenz gehören auch für die jüngsten Jahrgänge selbstverständlich zum Förderplan. Das Stipendium ist mit keiner Geldleistung an die Eltern verbunden. Stattdessen werden den Stipendiaten vielfältige Bildungs- und Erziehungsleistungen geboten. Dazu gehört die individuelle Begleitung durch einen ehrenamtlichen Mentor, der von der Stiftung unterstützt wird. Seit 2016 unterstützt die Ippen Stiftung das Deutsche Schülerstipendium.

2019 wurde das erste gemeinsame Grundschulstipendium ins Leben gerufen: Das Münchner-Kindl-Stipendium für Grundschüler in Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit 40 Stipendiatinnen und Stipendiaten. 2020 folgte das Münchner Kindl Stipendium. Die Ippen Stiftung ermöglicht diese Förderungen, die Roland Berger Stiftung setzt sie operativ um. Dr. Dirk Ippen ist verheiratet und hat drei Söhne.

Weitere Infos zum Deutschen Schülerstipendium finden Sie hier und auch hier.

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