Statt Olympia 2018: München will Gay Games!

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Der 92-jährige US-Amerikaner Paul Mart (r.) beim Bodybuildung-Wettbewerb der "Gay Games 2010" in Köln

München - Mit Olympia 2018 ist es nichts geworden. Jetzt bewirbt sich die Landeshauptstadt eben um die Olympischen Spiele für Schwule und Lesben, die Gay Games! So läuft der Event:

Ob sich München nach dem Aus für die Olympischen Winterspiele 2018 nochmals für das Jahr 2022 bewerben wird, ist noch unklar. Sicher ist hingegen schon, dass sich die Stadt für die Gay Games 2018 bewerben wird. Das hat eine Allianz schwul-lesbischer Sportvereine beschlossen. Die Unterstützung des Rathauses ist den Regenbogen-Athleten schon sicher.

München will Gay Games: Das käme auf die Stadt bei der Schwulen-Olympiade zu

München will Gay Games: Das käme auf die Stadt bei der Schwulen-Olympiade zu

Die Gay Games sind eine schwul-lesbische Breitensportveranstaltung, die seit 1984 analog zu dem Olympischen Spielen alle vier Jahre stattfindet. Bislang wurden die Spiele in San Francisco, Vancouver New York, Amsterdam, Sydney, Chicago und Köln ausgetragen.

München hat schon Erfahrungen mit lesbisch-schwulen Spielen: Im Jahr 2004 fanden die Eurogames im Olympiapark statt, zu denen rund 4000 Sportler kamen. Organisatorin Simone Müller sagt deshalb: „Wir haben schon einmal bewiesen, dass wir so eine Mega-Veranstaltung stemmen können.“

Dieses Mal sollen sich 10 000 SportlerInnen aus aller Welt in über 30 Sportarten messen (darunter verschiedene Leichtathletik-Disziplinen, Schwimmen und Triathlon, aber auch Tanzen, Bodybuilding, Billard und Bridge). „Das Budget, das sich hauptsächlich aus den Teilnahmegebühren finanzieren wird, soll sich auf etwa sechs Millionen Euro belaufen“, sagt Hermann „Beppo“ Brem, Mitglied des Organisationskomitees. Mit dem Geld sollen auch die Mieten für das Olympiazentrum bezahlt werden. Die Bewerbungsphase soll 58 000 Euro kosten. Die Stadt will 250 000 Euro für die Durchführung der Spiele auf fünf Jahre verteilt beitragen. Der Ältestenrat des Stadtrates hat sich bereits mit dem Projekt befasst. Bürgermeisterin Christine Strobl sagt: „Die Spiele wären ein tolles Aushängeschild für die Weltoffenheit und Toleranz der Stadt.“ Grünen-Fraktionsschefin Lydia Dietrich verweist darauf, dass die Eurogames 2004 nach Schätzung des Tourismusamtes 30 Millionen Euro Profit gebracht hätten.

Außer München bewerben sich London, Paris, Brasilien (noch ohne Stadt) und Orlando. „Trotzdem sehen wir für München sehr gute Chancen“, so Brem. „München hat auch 40 Jahre nach den Olympischen Spielen ein intaktes, lebendiges und wunderschönes Olympiagelände, eine ausgezeichnete Sportinfrastruktur und auch sonst alles, was man für solche Spiele braucht.“ Die Entscheidung fällt im Herbst 2013.

Johannes Welte

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