Wo steckt Leonardo L.?

München - Er lebt erst seit knapp drei Wochen in München – nun ist er verschwunden. Der Italiener Leonardo L. (32) ist seit Sonntag als vermisst gemeldet.

Seine Jacke fand die Polizei in der Isar, Zeugen wollen zudem eine Person im Fluss gesehen haben. Die Hintergründe des Falls sind unklar.

L. stammt aus Sizilien und wohnt seit Anfang Januar allein in einem Zimmer in Feldmoching. „Er wollte sich hier wohl beruflich neu orientieren“, sagte eine Sprecherin der Polizei. L. war bisher im Bereich der Betriebswirtschaftslehre tätig, hatte in München aber noch keine Stelle gefunden. Sein Vermieter gab an, den 32-Jährigen am 12. Januar zuletzt gesehen zu haben. Seither gab es von dem Italiener kein Lebenszeichen mehr. Seine Familie machte sich nach Angaben der Polizei Sorgen, weil L. entgegen seiner Gewohnheit am Geburtstag seiner Schwester nicht angerufen hatte. Nachdem er den 32-Jährigen nicht erreichen konnte, reiste sein Bruder nach München. Gemeinsam mit dem Vermieter meldete er Leonardo L. am Samstag bei der Polizei als vermisst.

Einen Tag später machten dann Zeugen eine Beobachtung, die die Beamten auf L. Spur führte: Um kurz nach 19 Uhr am Sonntag meldeten sie ein „schwimmendes Objekt“ in der Isar, zwischen der Maximilians- und der Ludwigsbrücke. Noch dazu, so die Aussagen, habe man ein Stöhnen vernommen. Die Polizei leitete sofort die Suche nach einer im Fluss treibenden Person ein. Knapp 200 Meter vor dem Oberföhringer Wehr fischten die Einsatzkräfte schließlich eine schwarze Jacke aus dem Wasser. Sie lieferte die Verbindung zu L.: „In der Jackentasche war eine Brille“, sagte eine Sprecherin – den Kaufbeleg fanden die Ermittler in L. Zimmer. Die weitere Suche in der Isar blieb bislang ohne Ergebnis. Am Sonntag war der Wasserstand mit über zwei Metern laut Wasserwirtschaftsamt stark erhöht.

Nun bittet die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe. Dringend gesucht werden Personen, die L. gesehen haben oder sogar kennen sowie Zeugen, die verdächtige Beobachtungen an der Isar gemacht haben. Hinweise an Telefon 089/2910-0.

Ann-Kathrin Gerke

Rubriklistenbild: © Polizei

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