MVG will Anzeige erstatten

Steinkohle-Gegner besprühen U-Bahnhöfe - und werden erwischt

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Parolen wie „Ja zum Klima“ waren am U-Bahnhof Universität zu lesen. Die Polizei schritt ein.

Das ging dann doch zu weit: Steinkohle-Gegner wollen mit in U-Bahnhöfen aufgesprühten Parolen auf den anstehenden Bürgerentscheid aufmerksam machen. Nun droht ihnen Ärger.

München - Da haben sie ein bisschen übers Ziel hinaus geschossen. Um erneut auf den Bürgerentscheid am Sonntag, 5. November, aufmerksam zu machen, haben Mitarbeiter des Bündnisses „Raus aus der Steinkohle“ am Wochenende an sieben U-Bahnstationen Parolen auf die Treppenstufen gemalt. „Ja zum Klima“ und die Aufforderung, am 5. November mit Ja zu stimmen, waren zu lesen.

Bürgerentscheid zur Steinkohle in München: Aktuelle Entwicklungen, Ergebnisse und Reaktionen finden Sie hier in unserem Live-Ticker.

Die Aktivisten waren an den U-Bahnhöfen Marienplatz, Odeonsplatz, Universität, Münchner Freiheit, Sendlinger Tor, Goetheplatz und an der Fraunhoferstraße unterwegs. Dann kam die Polizei. Die Steinkohle-Gegner waren irrtümlich davon ausgegangen, dass ihre Malaktion auf öffentlichem Grund stattfinde. Doch das sind die U-Bahnbauwerke mitnichten. Sie gehören der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Und die wiederum ist pikanterweise Teil der Stadtwerke München (SWM), also des erklärten Gegners des Bürgerentscheids.

Kuriose Aktion: Hier protestiert die Bavaria für den Steinkohle-Ausstieg

MVG will Anzeige wegen Sachbeschädigung erstatten

Zwar sind die Schriftzüge mit Schablone und Sprühkreide aufgetragen worden, die wasserlöslich ist. Dennoch wird die MVG Anzeige wegen Sachbeschädigung erstatten. „Das ist ein Standard-Vorgehen“, sagt Sprecher Matthias Korte. „Immer dann, wenn uns ein Schaden oder Kosten entstehen. Und die sind uns durch das Säubern entstanden.“

Bürgerbegehren: 42.195 Unterschriften gegen die Kohle

Der Initiator des Bürgerbegehrens „Raus aus der Steinkohle“, Thomas Prudlo, sagte am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung über die eifrigen Aktivisten: „Das dürfen sie natürlich nicht, das ist ein Regelverstoß. Da kann man sich nur entschuldigen, und das haben sie gemacht.“ Eine der Erwischten sagt: „Es war mir nicht bewusst, dass es sich nicht um einen öffentlichen Raum handelte.“ Sie habe auf den Bürgerentscheid aufmerksam machen wollen, der ihr sehr am Herzen liege. „Und ich habe der MVG angeboten, die Schriftzüge wieder zu entfernen.“ Die waren allerdings schon weg.

“Raus aus der Steinkohle“: Frühes Ende in München wirkungslos?

Wie berichtet geht es bei dem Bürgerentscheid am 5. November um die Frage, ob der Kohleblock im Heizkraftwerk Nord bereits im Jahr 2022 stillgelegt werden soll. Die Stadtwerke und große Teile des Stadtrats lehnen das ab. Die SWM wollen in Unterföhring noch bis 2027 oder 2029 Steinkohle verbrennen, um München mit Fernwärme zu versorgen. Laut den Initiatoren des Bürgerbegehrens wird im Block 2 mehr CO2 produziert als durch den gesamten Autoverkehr in der Stadt.

Sascha Karowski

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