Abriss sorgt für großen Ärger

Steinschlag beim alten Rodenstock-Areal

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Anwohner Peter Schmid klagt, dass Steine (rechts) auf das Nachbargrundstück fallen .

München - Wieder Ärger um den Rodenstock-Garten – das neue Wohnviertel, das auf dem Gelände der ehemaligen Zentrale des Brillen- Multis an der Auenstraße entsteht.

Diesmal geht es um Steinbrocken, Scherben und ein Blech, die beim Abriss auf den Gehweg auf dem Nachbargrundstück gefallen sind.  Peter Schmid ist Verwaltungsrat der Wohnanlage auf dem Nachbargrundstück und zeigt ein paar Fotos, die mehr als faustgroße Betonbrocken und Bleche zeigen, die beim Abriss auf das direkt angrenzende Areal polterten. Hier befinden sich ein Weg, der auch von Fremden zur Abkürzung zwischen Auenstraße und Isartalstraße benutzt wir sowie eine Tischtennisplatte und ein Spielplatz. „Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn ein Passant getroffen worden wäre“, ärgert sich Schmid. Und da war noch das Blech,das offenbar vom Dach des sechs Geschosse hohen Betonbau in die Tiefe donnerte. Schmid: „Man sieht ja, dass das Blech den Bauzaun verbogen hat.“ Auch Scherben seien auf die Wiese geflogen.

Die Steine, die Splitter und das Blech waren nicht die einzigen Probleme, die es beim Abriss gab: Auch verschmutzte Straßen wurden der Lokalbaukommission gemeldet, die kurzfristig einen Baustopp verhängte. „Wir wiesen die Abrissfirma an, am NachbaranwesenzweiAufsichtspersonen zu postieren, die Passanten warnen, wenn der Abrissbagger tätig ist“, so die Sprecherin des Planungsreferates, Katja Strohhäker. Für die Lastwagen musste die Baufirma eine Waschstraße auf dem Gelände einrichten, damit kein Schlamm auf die Straße verfrachtet wird. Außerdem wurden Matten als Spritzschutz an die Bauzäune gehängt.

Auf dem Rodenstock- Grundstück plant die Münchner Baywobau einen Wohnkomplex für 284 Haushalte. Der Durchschnittspreis: 6000 Euro pro Quadratmeter. Über 2700 Anwohner hatten mit ihrer Unterschrift gegen das Vorhaben protestiert. Sie werden auf dem 13.000 großen Grundstück einen viel größeren Baukörper vor ihren Fenstern haben als jetzt. Nachbar Peter Schmid hat nichts gegen den Abriss, wie er beteuert. Mit den weiteren 97 Wohnungseigentümern hat er aber wegen seiner Ansicht nicht eingehaltener Abstandsflächen gegen die Baugenehmigung geklagt. Die Verhandlung vor Gericht steht noch aus. Doch Schmid hat noch eine Rechnung offen: „An Fasching wurden auf unserem Grundstück einfach zwei Bäume und ein großer Busch gefällt, als man das Baufeld rodete.“ Nach der Fertigstellung des Baus will die Baywobau Ersatz pflanzen.

Hans-Peter Holzner von der Baywobau erklärt zu den Problemen: „Wo gehobelt wird fallen Späne.“ Die Abrissfirma halte nun alle Auflagen ein, die ihr von der Lokalbaukommission gemacht wurden. Was er über die Klage der Nachbarn in der Auenstraße sagt? „Das sind ein paar Leute, die sich profilieren wollen.“ Mit den anderen Nachbarn habe man sich „einvernehmlich geeinigt“.

Johannes Welte

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