Naturschützer siegen vor Gericht

Steinschlag? Stadt sperrt Wanderwege an der Isar

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Die Stadt sperrt an sechs Punkten einzelne Seitenwege - hier ein Foto von Arbeiten im Jahr 2010

München - Wie groß ist die Gefahr an der Isar wirklich? Die Stadt sagt: An manchen Stellen droht Steinschlag und damit Gefahr für Leib und Leben, doch die Naturschützer bekommen vor Gericht Recht.

Der Bund Naturschutz sagt: Das ist Panikmache, klagte gegen die geplanten Fangzäune mitten im Naturschutzgebiet – und bekam Recht! Das Verwaltungsgericht hat dem Baureferat der Stadt die Sicherung vorerst verboten. Im Gegenzug sperrt das Baureferat einzelne Wege – aber nur an sechs Punkten.

Die Positionen sind völlig entgegengesetzt: Die Stadt hatte einen Gutachter beauftragt, der 50 Stellen am südlichen Hochufer zwischen Marienklause und Grünwald als gefährlich einstufte – ein Dutzend davon als sehr gefährlich. Die Isarhänge bestehen aus Nagelfluh, aus dem sich Steine lösen können. Da­rum wollte die Stadt ab Ende Januar Fangzäune einbauen.

Dagegen sagt Bund-Vorsitzender Christian Hierneis: „Die Hauptwege sind völlig gefahrlos.“ Das Gutachten sei schon 13 Monate alt und betreffe nur „Trampelpfade“ abseits der Wege. Da müssen die Wanderer selbst die Gefahr einschätzen. „Wenn ich ins Gebirge gehe, können mir überall Steine auf den Kopf fallen.“ Vor Gericht habe die Stadt die Gefahr auch nicht schlüssig belegen können.

Als Reaktion auf das Urteil sperrt das Baureferat ab kommender Woche sechs Punkte mit Baumstämmen ab, an den Hauptwegen werden Schilder aufgestellt. Sackgassen entstehen dadurch nicht.

DAC

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