Vorsicht! Henkel ruft Putzmittel zurück - Gesundheitsgefahr

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Sterbend rief er zu Hause an: "Ich schaff's nicht mehr"

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Ralph Burkei ist in Bombay ums Leben gekommen.

Der Münchner Medienunternehmer Ralph Burkei ist bei den Anschlägen in Bombay getötet worden.

Urlaub machen, zusammen mit Freundin Ute Bernhardt abschalten vom Stress im noblen Taj Mahal Palace Hotel in Bombay – Ralph Burkei hatte sich mit seiner Reise nach Indien einen langgehegten Traum erfüllt. Einen Traum, der ihn das Leben kosten sollte.

Donnerstag Vormittag war es traurige Gewissheit: Der Münchner Medienunternehmer (Camp-TV), Ex-CSU-Schatzmeister und ehemalige Vizepräsident des TSV 1860 ist unter den Todesopfern der Terroranschläge von Bombay. Das Auswärtige Amt bestätigte den Tod des 51-Jährigen. Burkei starb an den schweren Verletzungen, die er sich in der Nacht auf Donnerstag beim Fluchtversuch aus dem brennenden Hotelzimmer zugezogen hatte. Er wollte über die Fassade entkommen, stürzte ab und fiel auf ein Vordach. Im Todeskampf rief er noch seinen Freund Aribert Wolf, ehemaliger CSU-Oberbürgermeister-Kandidat, an: „Wenn mir jetzt keiner hilft, schaffe ich es nicht mehr.“ (Siehe auch unten.) Auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb Burkei.

Seine Freundin war beim Fluchtversuch ebenfalls abgestürzt. Sie überlebte mit schweren Wirbelsäulenverletzungen, liegt in der Klinik und soll in den nächsten Tagen ausgeflogen werden. Heute wollte das Paar heimfliegen.

In München wurde die Todesnachricht mit Bestürzung aufgenommen. „Es ist ein furchtbarer Schlag“, sagte Camp-TV-Geschäftsführer Ralph Piller, der Burkei seit Grundschulzeiten kannte und mit ihm vor 20 Jahren die Fernsehfirma gründete. Bekanntestes Format: das Bayern-Journal, das in den Regionalfenstern von RTL und Sat.1 zu sehen ist.

Fernsehen, Politik und Fußball – das waren Burkeis Metiers. Er galt als unermüdlicher Macher, genoss allerdings einen facettenreichen Ruf. Skandale sorgten regelmäßig für Schlagzeilen. Als Schatzmeister des CSU-Bezirksverbandes trat er 2004 zurück. Zuvor waren undurchsichtige Immobilien-Anlage-Geschäfte von CSU-Vorstandsmitgliedern in München publik geworden. Burkei dementierte damals eine Verwicklung in den Fall.

Für Aufsehen sorgte auch Burkeis Engagement beim VfB Leipzig. 1998 übernahm er das Präsidentenamt beim damaligen Regionalligisten. Mit rund elf Millionen Mark wollte er den Traditionsklub zurück in die Bundesliga führen, doch die Umsetzung des Plans mit Trainer Dragoslav Stepanovic endete im Fiasko.

Erfolgreicher war Burkei als Förderer der Löwen. Eingestiegen als Sponsor berief ihn Karl-Heinz Wildmoser 2002 in den Aufsichtsrat. Von März 2006 bis März 2007 wirkte der Multimillionär und Immobilienbesitzer (u.a. Schweiz, Österreich) als Vizepräsident und Schatzmeister unter Präsident Alfred H. Lehner. 1860-Geschäftsführer Stefan Reuter ist ihm dafür bis heute dankbar: „Ralph Burkei war einer der Verantwortlichen, die mich 2006 als Geschäftsführer beim TSV 1860 eingesetzt haben. Sein Tod ist eine sehr, sehr traurige Nachricht.“

Monika Hohlmeier, Ex-Kultusministerin und Ex-Chefin der Münchner CSU, ist zutiefst bestürzt: „Ich habe die Zusammenarbeit mit ihm besonders geschätzt und auch die Freundschaft, die er unserer Familie entgegengebracht hat. Ralph Burkei war vor allem meinem Bruder Max ein treuer Freund in schweren Zeiten.“

Burkei hinterlässt keine Kinder, aber einen Vater, der in einem Münchner Pflegeheim lebt; seine Mutter ist vor wenigen Monaten verstorben. Er war in zweiter Ehe verheiratet, lebte getrennt von Frau Claudia.

L. Krammer, U. Schmidt, J. Welte

Todeskampf am Telefon - Aribert Wolf (CSU) wollte seinen Freund in sichere Bereiche lotsen

„Es ist einfach unfassbar.“ Der Münchner Anwalt und ehemalige OB-Kandidat der CSU, Aribert Wolf, telefonierte mit Ralf Burkei, der im umkämpften Taj-Hotel schwer verletzt eingeschlossen war. Lesen Sie die dramatischen eineinhalb Stunden, in denen Wolf den Todeskampf seines Freundes live miterlebte.

„Ich war auf dem Heimweg von einer CSU-Regionalkonferenz, als ich in den Nachrichten von den Anschlägen in Bombay hörte. Ich wusste, dass Ralph dort ist, wir hatten erst zuvor telefoniert.“ Wolf war schon etwas beunruhigt, denn man hörte in den Nachrichten immer wieder von Schießereien … Zu Hause angekommen, las Wolf gegen 23.30 Uhr dann die SMS von Burkei: „Wir sind im 6. Stock, überall wird geschossen. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“

Jetzt wusste Wolf, in welcher dramatischen Situation sein Freund steckte. Er hatte mittlerweile auch von Geiselnamen gehört. „Ich schickte ihm darum eine SMS; nicht, dass der Rufton ihn in einem Versteck verrät. Er rief aber gleich zurück.“ Burkei berichtete stöhnend, dass er verletzt auf einem Vordach des Hotels im Innenhof liege. „Wir wollten die Fassade herunterklettern und sind abgestürzt.“ Dabei hatte sich Burkei offenbar das Becken gebrochen. „Ich werde nie mehr laufen können“, stöhnte Burkei. Dann berichtete er, dass das Hotel brennt. „Bitte hol Hilfe. Irgendwie. Wenn nicht bald jemand kommt, sterbe ich.“ Wolf rief seinen Parteifreund Johannes Singhammer an, den Münchner Bundestagskandidaten. Singhammer stellte über das Auswärtige Amt den Kontakt mit dem deutschen Konsul in Bombay her. „Ich hatte dann den Konsul und Burkei abwechselnd am Telefon, später seine Freundin Ute.“ Der Konsul und Wolf lotsten Ute Bernhardt durch das Hotel an die Straßenseite. „Das war erst nicht möglich, da im Flur geschossen wurde,“ so Wolf. Schließlich konnten Ute Bernhardt und mehrere weitere Hotelgäste den mittlerweile bewusstlosen Burkei vom Vordach durch das Hotel auf die Straßenseite tragen, wo eine Rettungsleiter auf die Verletzten wartete. Wolf: „Auf dem Weg ins Krankenhaus sagte Ute im Krankenwagen: ,Ich glaube, er lebt nicht mehr’“: In der Klinik bestätigte sich die schlimme Vermutung. Ralph Burkei war nach eineinhalb Stunden, während derer sein Freund am Telefon zu helfen versuchte, seinen Verletzungen erlegen. Wolf: „Es ist so schlimm, wenn du alles versuchst, um zu helfen, und dann am Ende doch alles sinnlos war.“ Jetzt muss er sich um den Rücktransort der verletzen Ute Bernhardt kümmern. Auch Burkeis Leichnam soll bald nach München geflogen werden.

Johannes Welte

Trauer um Burkei

Wir trauern um einen großen Löwen-Anhänger und verdienten Funktionär. Ralph Burkei hat sich durch sein leidenschaftliches Engagement für den TSV 1860 ausgezeichnet und uns auch tatkräftig unterstützt, als er nicht mehr offiziell im Amt war. Der TSV 1860 verliert einen großen Löwen-Freund.

Rainer Beeck, Präsident des TSV 1860

Nach meiner Schwester und Stefan Schörghuber ist das der dritte Schlag in kurzer Zeit für mich. Ralph war ein ganz Wichtiger in der Sechzger-Familie, ein großzügiger Sponsor. Mir persönlich hat er narrisch viel geholfen, wenn ich mal kurzfristig einen Flieger oder Hubschrauber gebraucht habe. Sechzig darf ihm eine schöne Beerdigung ausrichten, für das, was er für den Verein getan hat.

Karl-Heinz Wildmoser, Ex-Präsident des TSV 1860

Mir fehlen die Worte. Ich wusste, dass Ralph in Bombay ist und habe ihm am Donnerstagmorgen noch eine SMS geschickt, ‚Wo bist du?‘, weil ich mir Sorgen machte. Wenige Stunden später habe ich durch einen Bekannten dann die Todesnachricht bekommen. Das ist ein schlimmer Schlag. Ralph war ein Freund.

Stefan Ziffzer, Ex-Geschäftsführer des TSV 1860

Die CSU München ist über den Tod ihres ehemaligen Schatzmeisters tief erschüttert. Der hinterhältige Terror, der sich am anderen Ende der Welt abspielt, wurde durch den Tod von Ralph Burkei in die Mitte Münchens getragen. Ralph Burkei war ein Macher, dessen plötzlicher Tod uns erschüttert. Unvergessen bleiben sein Tatendrang und seine Großzügigkeit, aber auch seine Ecken und Kanten. Er hat Bleibendes als Mensch geleistet. Seinen Hinterbliebenen sprechen wir unser tiefes Beileid aus und wünschen ihnen die Kraft, den Verlust tapfer zu tragen.

Otmar Bernhard, Bezirksvorsitzender der CSU München

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