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Steuer-Anklage gegen Alfons Schuhbeck (73): Muss der Star-Koch jetzt ins Gefängnis?

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Von: Andreas Thieme

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Alfons Schuhbeck
Alfons Schuhbeck, Gastwirt und Sternekoch. © Matthias Balk/dpa/Archivbild

Alfons Schuhbeck (73) hat handfesten Justiz-Ärger: Laut Staatsanwaltschaft hat der Star-Koch mehr als zwei Millionen Euro an Steuern hinterzogen. Im Herbst muss er sich in München vor Gericht verantworten. Ihm droht sogar eine Haftstrafe.

München - Was wird aus Alfons Schuhbeck? Die Staatsanwaltschaft hat den Star-Koch wegen Steuerhinterziehung angeklagt, er muss sich noch diesen Herbst verantworten. Vor dem Landgericht geht es für Schuhbeck dann um alles: Ihm droht sogar eine Haftstrafe.

Der Hintergrund: Laut einer Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs soll die Justiz keine Gnade mehr walten lassen, wenn Steuersünder mehr als eine Million Euro hinterzogen haben. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft München I hat Schuhbeck sogar mehr als zwei Millionen Euro hinterzogen. Für ihn bedeutet das: Er braucht nun gute Erklärungen für die Finanzgeschäfte in seinen Restaurants - etwa dem Orlando am Platzl. Dort sollen den Ermittlungen zufolge sogar Abrechnungen gezielt manipuliert worden sein. Schuhbecks Anwälte wollen dazu zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Das Landgericht München I gibt dagegen Auskunft zum Fall: „Ich kann bestätigen, dass die Anklage zugelassen wurde“, sagt Gerichtssprecher Florian Gliwitzky auf Anfrage unserer Redaktion. Demnach seien die hartnäckigen Ermittlungen gegen Alfons Schuhbeck erfolgreich verlaufen. Das Ergebnis: „Nahezu unverändert“ habe das Gericht die Anklage der Staatsanwaltschaft München I akzeptiert, sagt Gliwitzky.

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München: Schuhbeck soll zwei Millionen Euro Steuern hinterzogen haben - Prozess im Herbst

Wie geht es jetzt weiter? Noch diesen Herbst wird es zum Strafprozess gegen den Star-Koch kommen. Der Termin am Landgericht wird nach Informationen unserer Redaktion Ende September oder im Oktober stattfinden. Für Alfons Schuhbeck gilt die Unschuldsvermutung. Aber: Bestätigen sich die heftigen Steuervorwürfe gegen ihn, droht ihm eine Haftstrafe.

Der Fall weckt Erinnerungen an Ex-Bayern-Boss Uli Hoeneß. Er hatte sogar 28,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen und wurde 2014 am Münchner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Juristisch könnte Alfons Schuhbeck ein ähnliches Schicksal drohen. Er hat sich bislang noch nicht zu den Steuer-Vorwürfen geäußert. Spätestens in den nächsten acht Wochen aber wird er sich äußern müssen - dann sitzt der Star-Koch als Angeklagter vor Gericht und muss um seine Freiheit fürchten.

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