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Steuer-Prozess gegen Alfons Schuhbeck: Was der FC Bayern damit zu tun hat

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Von: Andreas Thieme

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Koch Alfons Schuhbeck
Alfons Schuhbeck, Kochbuch-Autor, Gastwirt, Fernsehkoch und Unternehmer. © Matthias Balk/dpa/Archivbild

Star-Koch Alfons Schuhbeck muss sich ab dem 5. Oktober seinem Steuer-Prozess stellen: Laut Staatsanwaltschaft soll er Millionen an Steuern hinterzogen haben. Auch der FC Bayern wird in dem Verfahren eine Rolle spielen.

München - Noch 44 Tage kann sich Alfons Schuhbeck vorbereiten, dann beginnt sein großer Auftritt vor dem Landgericht München I: Dort muss sich der Star-Koch wegen Steuerhinterziehung verantworten.  Die Staatsanwaltschaft wirft ihm ein Millionen-Vergehen vor - und hat insgesamt 25 Fälle angeklagt, in denen Schuhbeck den Ermittlungen zufolge Steuern hinterzogen oder es versucht hat. Im schlimmsten Fall droht Alfons Schuhbeck nun sogar eine Gefängnisstrafe.

Es wird vor Gericht also auch auf die Erklärungen Schuhbecks ankommen werden. Denn er soll den Ermittlungen zufolge nicht nur den Fiskus um mehr als eine Million Euro geprellt haben, sondern auch ungerechtfertigt erlangte Steuervorteile erhalten haben. Bei Steuervergehen über eine Million Euro hat der Bundesgerichtshof die Maßgabe erlassen, dass es für die Angeklagten keine Gnade mehr gibt. Prominentes Beispiel war Ex-Bayern-Boss Uli Hoeneß, der 2014 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Er hatte 28,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen.

München: Verantwortliche des FC Bayern könnten als Zeugen im Schuhbeck-Prozess auftreten

Auch im aktuellen Prozess um Alfons Schuhbeck wird der FC Bayern nun wieder eine Rolle spielen. Doch nicht etwa in irgendeinem Zusammenhang mit etwaiger Schuld, sondern vielmehr als möglicher Zeuge. Denn Star-Koch Schuhbeck bekocht die Bayern-Kicker und war in den vergangenen Jahren bei vielen Spielen dabei - auch im Ausland, etwa zu Champions-League-Duellen. Wichtig für den Steuer-Prozess gegen Schuhbeck könnte das deshalb werden, weil dem Star-Koch einige Vergehen in München vorgeworfen werden, bei denen auch der Zeitpunkt und seine Anwesenheit eine Rolle spielen werden.

So wirft die Staatsanwaltschaft Schuhbeck etwa vor, dass er in seinem Restaurant Orlando gezielte Kassenmanipulation betrieben haben soll, in den Südtiroler Stuben sollen gar Rechnungen storniert worden sein. Mutmaßlich mit dem Ziel, Gelder nicht versteuern zu müssen. Die entscheidende Frage: Wusste Schuhbeck überhaupt davon? Und war er bei den mutmaßlichen Steuervergehen überhaupt anwesend?

Das könnten Mitarbeiter oder Verantwortliche des FC Bayern wohl am besten einschätzen. Unklar ist aktuell aber noch, ob sie auch vor Gericht auftreten werden. Der Termin dagegen steht: Am 5. Oktober wird der Prozess gegen Alfons Schuhbeck vor dem Landgericht beginnen. Angesetzt sind vorerst 18 Verhandlungstage bis zum 22. Dezember.

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