Pädophilieprozess

Geständnis - Stiefsohn jahrelang missbraucht

München - Im Prozess wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs seines anfangs erst fünfjährigen Stiefsohnes hat ein Angeklagter am Dienstag vor dem Münchner Landgericht gestanden.

„Ich habe ihn gesehen, und er hat mich nicht mehr losgelassen“, sagte der 44-Jährige. Ob er die Mutter 2010 wegen des Kindes geheiratet hat, ist in öffentlicher Sitzung offen geblieben. Bei der Aussage zum Schuldvorwurf wurde die Öffentlichkeit auf Antrag des Hausverwalters ausgeschlossen, bereits im Ermittlungsverfahren war er weitgehend geständig.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hat der 44-Jährige den damals fünfjährigen Jungen in der Wohnung der Mutter im Landkreis Miesbach seit März 2010 regelmäßig schwer missbraucht. Auch an einem Freund des Kindes habe er sich wiederholt vergangen. Die Anklage gegen den inzwischen geschiedenen Vater einer dreijährigen Tochter geht von insgesamt 135 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie vorsätzlicher Körperverletzung aus.

Nach einem psychiatrischen Gutachten ist der 44-Jährige pädophil. Sein Traumberuf wäre Kindererzieher gewesen, sagte der Angeklagte auf Frage des Vorsitzenden. In der DDR habe ihm damals aber nur eine Koch-Lehre offen gestanden. In Bayern sei er später zum Kaufmann für Wohnungswirtschaft umgeschult worden. Das einschneidendste Erlebnis des Angeklagten war nach der Wende die Ermordung seines Bruders, wie er unter Tränen schilderte. Der Prozess wird fortgesetzt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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