Stiefvater soll 15-Jährige achtmal missbraucht haben

München - Achtmal soll ein 35-Jähriger seine Stieftochter sexuell missbraucht und regelmäßig geschlagen haben. Laut ärztlichem Attest aber ist das 15-jährige Mädchen noch Jungfrau.

„Das ist alles Lüge“, sagte der Angeklagte vor dem Oberlandesgericht München. Die 15 Jahre alte Schülerin habe ihn zu Unrecht angezeigt - beeinflusst habe sie dabei ihr leiblicher Vater in seinem Sorgerechtsstreit mit der Mutter. Möglicherweise habe Ärger über die Strenge des Stiefvaters zu der Anschuldigung beigetragen.

Die Verteidigung beantragte erfolglos, die Glaubwürdigkeit des Mädchens prüfen zu lassen. Die 15-Jährige habe widersprüchliche Angaben über die Übergriffe „zwischen dem 1. September 2010 und dem 17. September 2011“ gemacht, die von der Staatsanwaltschaft ungeprüft übernommen worden seien. Laut ärztlichem Attest ist die Zeugin noch Jungfrau.

Dem Angeklagten zufolge sagte die Schülerin am Telefon, sie wolle die Anschuldigung zurücknehmen. Das habe sie auch einer Bekannten gesagt. Diese Frau hat das Gespräch schriftlich bezeugt. Das Oberlandesgericht München setzte den Haftbefehl gegen den Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes nach vier Monaten außer Vollzug.

Die jugendliche Nebenklägerin lebt nach Angaben ihrer Anwältin inzwischen in einem Heim, das Sorgerecht habe vorläufig das Jugendamt. Der Grund seien massive Versuche der Mutter gewesen, ihre Tochter zur Rücknahme der Anzeige zu bewegen, sagte die Anwältin am Rande der Verhandlung.

dpa

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