MVG-Chef bezieht Stellung

Stillstand beim Seniorenticket

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Brachte den Stein ins Rollen: MVV-Kundin Karin Schönberger (69) mit Seniorenkarte.

München - Sie ist teuer und man darf sie erst ab 9 Uhr benutzen. Ja, die Isarcard60 des MVV sorgt schon seit Langem für jede Menge Ärger. Immer wieder forderten viele ältere Münchner eine Preissenkung. Ohne Erfolg!

Nun lud der Seniorenbeirat der Stadt den MVG-Chef Herbert König zu einem Gespräch ein. Wollte man doch wissen, wann endlich etwas für die Alten geändert wird. Doch König machte wenig Hoffnung. Es herrscht Stillstand!

MVG-Chef Herbert König kann nichts versprechen

Zur Erinnerung: Noch im Juni versprach OB Dieter Reiter (SPD), dass er sich für „gerechtere Tarife“ für Senioren einsetzen werde. Nichts war’s! Im Gegenteil: Das Seniorenticket wurde wenig später sogar um 2,6 Prozent teurer (441 Euro kostet somit die Jahreskarte, 46,60 Euro die Monatskarte). Reiter betonte, dass er hier nicht allein entscheiden könne – auch die Bahn und die Landkreise hätten unter anderem Mitbestimmungsrecht. Genau darauf berief sich nun auch König im Gespräch mit dem Seniorenbeirat. Er als Chef von Bus, Tram und U-Bahn könne nicht alleine über Preissenkungen entscheiden. Zudem betonen die Verantwortlichen immer wieder, dass man im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten noch günstig sei. Auch bei einer Aufhebung der 9-Uhr-Begrenzung machte der MVG-Chef den Senioren wenig Hoffnung: Dieses Thema muss in den MVV-Gremien entschieden werden. Aber: Sollte das Seniorenticket wirklich plötzlich rund um die Uhr gelten, bedeute dies Kosten von gut sieben Millionen Euro. Für diesen Verlust müsse die Stadt dann aufkommen.

„Zumindest waren das deutliche Worte von Herrn König“, stellt Ingeborg Staudenmeyer vom Seniorenbeirat fest. „Wir wissen nun, dass auch die Stadt gefordert ist, mehr Druck auszuüben und endlich etwas für die älteren Münchner zu leisten.“

Das Argument, in vielen Städten sei das Seniorenticket noch teurer, zieht übrigens nur bedingt: So kostet die Seniorenkarte in Hamburg beispielsweise zwar 57,60 Euro – sie gilt aber im gesamten Netz. Die Vergleichskarte kommt in München somit auf 65,20 Euro. Gleiches gilt für fast alle Großstädte. Beim Seniorenbeirat gibt man nicht auf, will an dem Thema dranbleiben. „So kann die Regelung jedenfalls nicht bleiben“, stellt Staudenmeyer fest. „Hier muss sich etwas ändern.“

Die unendliche Geschichte

Genau 858 Euro hätten Karin Schönberger und ihren Gatten zwei Jahrestickets des MVV gekostet: „Wer soll das bezahlen?“, fragte die tz-Leserin und stieß so im Sommer eine große Preis-Diskussion an. Mehrfach berichtete die tz über das heiße Thema und über Senioren, die sich kaum mehr eine Fahrkarte leisten können.

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