Sting in der Oly-Halle: Die tz-Konzertkritik

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Sting (Archivfoto) gastierte in München

München - Sting hat am Dienstag in der Münchner Olympiahalle ein Konzert vor 9500 Leuten gegeben. Er trat zusammen mit den Bochumer Symphonikern auf. Die Konzertkritik.

Als er Every Breath You Take ins Mikrofon haucht, fegt ein Sturm durch das gediegene Publikum. Die Zuschauer in der Arena wollen plötzlich nicht mehr brav auf ihren Stühlen sitzen. Sie wandern zur Bühne vor, recken die Hände in die Höhe, Scheinwerfer kreisen über ihre Köpfe hinweg. Da steht er mit raspelkurzen Haaren. Der Mann mit der herrlich rauen, quäkenden Stimme, der schon seit mehr als 30 Jahren Musik vom Allerfeinsten macht: Sting.

Auf seiner Symphonicity-Tour hat er nun in der Münchner Olympiahalle ein Konzert vor 9500 Leuten gegeben. Sting trat zusammen mit den Bochumer Symphonikern auf. Im Mittelpunkt standen seine populären Lieder, die er in ein wunderbar klingendes Klassik-Rock-Arrangement eingebettet hat.

Es geht gleich zur Sache. „Ich bin glücklich, in München zu sein“, sagt Sting auf Deutsch. Schon am Anfang pulvert er seine allerbesten Songs heraus – und natürlich die seiner Band The Police: Every Little Thing She Does Is Magic, If I Ever Lose My Faith In You, Englishman In New York und Roxanne.

Trotz der alten Musik: Der freche Police-Rockmusiker hat sich verändert. Mit seriösem schwarzem Jackett steht er ruhig in der Mitte der Bühne, lässt seine Mundharmonika zu I Hung My Head weinen. Hinter ihm tänzelt die Dirigentin Sarah Hicks mit hohen Stöckelschuhen und langen dunklen Haaren. Sie dirigiert schön-traurige Cello-Soli, die Why Should I Cry For You einleiten, und wunderbar weiche Vibrati der ersten Geigerin. Es ist anspruchsvolle Musik für den Kopf, die mitten ins Herz geht.

Nach der Pause geht es etwas rockiger zu, es dröhnen Next To You und She’s Too Good For Me durch die Halle. Der 59-Jährige verausgabt sich gründlich.

Am Ende spielt der Star ganz allein auf der Akustischen den Song, den alle auswendig können: Message In The Bottle. Ja, die Message ist angekommen!

Marlene Kadach

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