Computerpanne bremst Münchner S-Bahn aus

München - Tausende Pendler haben gleich am ersten Arbeitstag im neuen Jahr wieder mal eine Menge Ärger hinunterschlucken müssen. Wir erklären, was die S-Bahn diesmal ausgebremst hat.

Um 17.25 Uhr am Montagabend will unser Leser Johann L. mit der S-Bahn nach München fahren. Als er zu Fuß die Stockdorfer Haltestelle erreicht, hört er bereits die quäkende Computerstimme aus den Lautsprechern. Die S6 werde „voraussichtlich 20 Minuten später“ eintreffen, heißt es, allerdings verlängern sich die Verspätungsmeldungen fast im Minutentakt auf bis zu 45 (!) Minuten. Zwischendurch nuschelt eine echte Stimme Unverständliches – schönes Münchner S-Bahn-Chaos, du hast mich wieder! Und zwar auf allen Strecken mitten in der Rush-Hour. Und obendrein gleich an dem Tag, der für zigtausende Pendler der allererste Arbeitstag im neuen Jahr war.

Es herrschte kein klirrender Frost, keine Schneeberge blockierten die Schienen – was also war am Montag passiert, das den gesamten S-Bahn-Verkehr völlig aus dem Takt brachte? Aufklärung bringt ein Blick auf die Internetseite des MVV: „Grüß Gott sehr geehrte Fahrgäste“, heißt es da, „aufgrund einer Rechnerstörung um 15.15 Uhr auf der Stammstrecke kommt es bei allen Linien zu größeren Verspätungen von bis zu 25 Minuten.

Die Linie der S1 von Freising kommend fährt ab Moosach ohne Halt auf den Gleisen der Fernbahn bis zum Hauptbahnhof den Gleisen 27 bis 36. Reisende in Richtung Freising benutzen bitte die U1 und die U2 und steigen dann in Moosach und Feldmoching in die S1 um. Alle S-Bahnen des 10 Minutentaktes fallen aus. Die S20 und S27 verkehren auf dem Regelweg. Wir bitten die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Für Fragen stehen wir Ihnen…“ und so weiter und so weiter.

Für Tausende Pendler bedeutete dies, dass sie gleich im neuen Jahr wieder mal eine Menge Ärger hinunterschlucken mussten, wieder mal zu spät zu Hause eintrafen. Dabei war der MVV erst im Dezember teurer geworden, dabei hatte die Bahn schon zig-Mal versprochen, die Mängel endlich abzustellen und für ein verlässliches Informationssystem zu sorgen. Pustekuchen!

Entsprechend wütende Kommentare fanden sich denn auch auf unserem Portal: „Jeden Tag etwas anderes und eine neue Ausrede“, schimpfte der eine, während ein anderer feststellte: „Kaum zu glauben. Wenn’s mal grade nicht schneit, sorgt ein Rechnerausfall dafür dass die Bahnen nicht fahren. Kann es sein, dass Schnee, Kälte, Hitze oder eben Rechnerausfälle nur vorgeschobene Gründe dafür sind, dass die Bahn einfach unfähig ist, das komplett marode System am Laufen zu halten?“ Was ein Dritter mit einer gehörigen Portion Sarkasmus auf den Punkt brachte: „Ja, ja, scheiß Windows 98!“

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