Wolfgang Krebs zeigte seine „Stoiberschau“ im Volkstheater

"Stoiberschau": Viel reden, aber nichts sagen

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Wolfgang Krebs als Edmund Stoiber

"Wo ich bin, ist Bayern": Der dies sagt, ist nicht etwa der letzte Spross der Wittelsbacher Monarchie, sondern unser demokratischer Ministerpräsident a.D.

Von Wolfratshausen aus laufen seine Aktivitäten zur „Entbürokratisierung Europas“, dort macht er Kabinett am Küchentisch. Doch sein Haushalt ist ausgeglichen: „Wir haben in Bayern die schwarze Null“. Die ist er – alias Wolfgang Krebs – selbst, der in seiner Stoiberschau im Münchner Volkstheater den einstigen Landesfürsten bis ins Detail genau imitierte. Ein perfektes Double, denn bei Krebs ist bis in die fahrigen Ruderbewegungen der Hände, bis zur Pfauen-Drehung des Kopfes, bis zum jovialen Lachen vieles noch ein bisschen besser als beim Original.

Vor allem aber bietet er sprachlich ein brillant überdrehtes, kunstvoll durchgearbeitetes Sprachkunstwerk – nicht nur aus den strapazierten „Ähs“ und „Dings“, dem Stottern, Versprechen oder der Kunst des unvollständigen Satzes. Stoiber II (über-)treibt seine Monologe ins total Absurde, in Höhen, wo nur noch ein wundersamer Wortsalat übrigbleibt – dagegen ist die berüchtigte Transrapid-Rede harmlos.

Dass Wolfgang Krebs jedoch auch noch als fränkischer Postler Karten von Kaiser Franz Beckenbauer, Ulla Schmidt oder Marcel Reich-Ranicki parodieren muss, ist unnötig. Genauso wie die Auftritte des Müller Sepp als urbayerischem Hausl, der zum Büroleiter avanciert und dem Edmund als Stichwortgeber so manche Wahrheit sagen darf: „Er red’t viel, sagt aber nix.“

Barbara Welter

Quelle: tz

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