Strafprozess gegen falschen Botox-Arzt

München - Sie wollten schön sein und bleiben, und sind nun für ihr Leben gezeichnet. Weil ihnen ein Mann Botox spritzte, ohne das zu können. Er gab aber vor, Arzt zu sein. Fünf Frauen leiden bis heute an seinem Wahnsinns-Pfusch!

 Ein Beispiel ist Heidi L. (Name geändert): Bei ihr ist die Entzündung im Gesicht bis heute nicht abgeklungen. Sie leidet nicht nur unter den Narben an den Augen, sondern auch unter Schwindelgefühl, Sehstörungen und schlechtem Hören. Und das noch heute, drei Jahre nach dem Pfusch!

Die Ärzte können ihr nicht helfen, weil die Entzündung inzwischen chronisch ist. Nach einer Operation könnten Teile ihres Gesichts dauerhaft gelähmt bleiben. Ähnlich wie Heidi L. geht es weiteren vier Frauen. So steht es im Antrag der Staatsanwaltschaft. Am Freitag beginnt vor dem Landgericht das Verfahren gegen den Pfuscher Halil H. (Name geändert). Er ist ein 32-jähriger Kosmetiker. Spritzen darf er gar nicht verabreichen, den geschädigten Frauen aber stellte er sich als Arzt vor. Sie vertrauten ihm — und merkten zu spät, dass das ein fataler Fehler war.

Bei mindestens fünf Frauen hatte sein Pfusch so schwere Folgen, dass sie froh sein können, wenn es bei Narben und Knötchen unter ihren Augen bleibt, und nicht noch Lähmungen hinzu kommen. Mehr als 20 Patienten hat Halil H. gespritzt, ohne dies zu können und zu dürfen. Zudem behandelte er in der zahnärztlichen Poliklinik der Universität München, obwohl er erst Student der Zahnmedizin war. Wieviele Menschen der Pfuscher zusammen mit einer gesondert angeklagten weiteren falschen Ärztin behandelte, konnte die Polizei bislang nicht ermitteln.

S. Sasse

Rubriklistenbild: © dpa

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