Video: Straßenkehrer schlagen Sex-Schurken in die Flucht

München - Auf diese drei Straßenkehrer kann München stolz sein – sie haben eine Frau vor einem üblen Sex-Täter gerettet. In der tz erzählen die Männer die ganze Geschichte.

Als sich die Männer am Neujahrsmorgen gegen neun Uhr bei einer Zigarette vom Aufräumen der Böllerreste erholten, hörten sie plötzlich in der Adalbertstraße lautes Geschrei. „Wir dachten erst, es seien irgendwelche Betrunkenen“, erzählt der Bosnier Feriz Dzolic (51). Als die Rufe aber nicht nachließen, lief er mit seinem Kollegen M. Rusiti zum Tatort. „Alleine wollte ich dort aber nicht hin. Ich wusste ja nicht, ob der Täter bewaffnet ist“, sagt er. Auch der Senegalese Yaga Nguet (42) kam seinen Kollegen zu Hilfe. Sie sahen, wie ein Mann eine Frau in eine Tiefgarage zerren wollte. Die Kellnerin, die auf dem Weg zur Arbeit war, wehrte sich verzweifelt mit Händen und Füßen, hielt sich an einer Absperrkette fest.

Als der Sex-Schurke die drei Helfer in ihren leuchtend orangenen Jacken ankommen sah, ließ er von seinem Opfer ab und flüchtete. Besonders dreist: Im Laufen rief er den Rettern noch zu, er sei der Freund des Opfers. Erst als die 30-Jährige den Schock halbwegs überwunden hatte, konnte sie erzählen, was tatsächlich passiert war.

Wie sich später herausstellte, hatte der Sex-Täter sein Opfer schon seit der Haltestellte Am Harras in der U-Bahn verfolgt. Danach war er ihr nachgelaufen, zog sie schließlich in die Garageneinfahrt an der Adalbertstraße.

Auch Nachbarn hatten das Geschehen beobachtet und sofort die Polizei verständigt. Etwa eine halbe Stunde nach Eintreffen der ersten Polizisten kamen Kollegen mit dem Täter im Gepäck herbei. Sie konnten den türkischen Verkäufer (33) an der Theresienstraße fassen und waren zu einer kurzen Gegenüberstellung mit ihm zum Tatort zurückgefahren.

Die Straßenreiniger haben nach ihrer Heldentat ganz normal weitergearbeitet. „Wir haben ja auch Frau und Kinder. Es ist selbstverständlich, dass wir helfen“, sagt Yaga Nguet.

Die Chefin der Straßenreiniger Claudia Oderkerken, ist besonders stolz auf ihre Helden. „Gerade als Frau freue ich mich, dass sie so beherzt eingegriffen haben.“ Nächste Woche wird sie sich persönlich bei ihnen bedanken. Der 33 Jahre alte Täter sitzt in Untersuchungshaft – und wartet auf den Prozess.

Petra Markovic

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