Straßenreinigung: Haft für korrupten Personalrat

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Mustafa A.

München - Weil er seinen  türkischen Landsleuten Jobs verkauft hat, muss der ehemalligen Personalrat der Münchner Straßenreinigung Mustafa A. (53) in den Knast Das Urteil: 

Das Landgericht München verurteilte ihn wegen Bestechlichkeit zu einer Haftstrafe von 17 Monaten ohne Bewährung.

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Der 53 Jahre alte Angehörige des Personalrats verlangte von türkischen Landsleuten für befristete Anstellungen vierstellige Summen. Sein Geständnis und der Verlust seines Arbeitsplatzes habe sich mildernd auf das Strafmaß ausgewirkt, begründete der Vorsitzende am Freitag das Urteil.

Der 53-Jährige war seit 1982 bei der Münchner Straßenreinigung beschäftigt, zuletzt als Kraftfahrer. Von 1998 an gehörte er dem Personalrat an. Er war faktisch freigestellt, um sich der Angelegenheiten seiner Landsleute anzunehmen. Als Personalratsmitglied war er in die Einstellung und Beförderung von Mitarbeitern eingebunden.

Laut Urteil setzte er seinen Einfluss auf das Gremium und auf den stellvertretenden Leiter der Straßenreinigung zugunsten zahlender Bewerber ein. Der Angeklagte verkaufte interessierten Landsleuten ferner die Fragen, die üblicherweise bei den Einstellungsgesprächen gestellt wurden. Die Anklage hatte neun Fälle aufgeschlüsselt, in denen die angestrebte Festanstellung nur ein Mal scheiterte, der Bewerber sprach zu schlecht Deutsch.

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