Strauß über Schleich: Ich dachte, da steht mein Vater

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Familie Strauß unter sich: „Vater“ Franz Josef (l.) alias Helmut Schleich und Strauß-Sohn Max

München - Helmut Schleich sorgt beim "Tag der Archive" wieder als Franz Josef Strauß für Begeisterung. Nicht nur das Publikum lacht Tränen, auch der älteste Sohn des Politikers ist begeistert.

Der bundesweite „Tag der Archive“: Klingt nach staubigem Regalbestand im Keller. Aber wenn Helmut Schleich im Urgestein bayerischer Politik schürft, bringt er Kabarett-Edelsteine zum Vorschein: In einem brillanten Sprüche-Feuerwerk präsentierte der Kabarettist alias Franz Josef Strauß jetzt in der Hanns-Seidel-Stiftung eine satirische Entdeckungsreise durch den Nachlass des ehemaligen Landesvaters.

Die hochgezogenen Schultern, die Haltung, die Schlitzohrigkeit – der auferstandene Strauß frotzelte über die „Schufte“ in der heutigen Politik. Nicht nur das Publikum lachte Tränen, auch der älteste Sohn von Franz Josef Strauß war begeistert: Max Strauß (52) saß in der ersten Reihe und filmte die Aufführung Strauß lass nach mit seinem Handy. „Er ist großartig! So lebendig und sehr lustig, er muss meinen Vater unglaublich genau studiert haben – die Gestiken stimmen bis ins kleinste Detail. Oft habe ich gedacht, da hält mein Vater eine Rede!“

Gleich zu Beginn rechnet Schleich-Strauß mit der CSU ab: „Ihren Zustand kann man als Apokalypse bezeichnen! Die Doppelspitze aus Beckstein und Huber war der missglückte CSU-Auftakt ins digitale Zeitalter.“ Und fragt: „Wie bekommt man die CSU auf 0,8 Prozent? Indem man ihr drei Tage nichts zu trinken gibt. Aber heute muss man ihr einen Obstler ausschenken, sonst kommt sie gar nicht mehr auf 40 Prozent!“ Schallendes Gelächter.

Auch Strauß’ Selbsteinschätzung kommt an diesem Abend natürlich nicht zu kurz: „Mir ist ein internationaler Flughafen gewidmet! Aber Stoiber, Seehofer, Dobrindt – diese Wichte müssen schon viel Glück haben, dann wird vielleicht eine Bushaltestelle nach ihnen benannt.“

Und die Herren von der FDP? „Diese Figuren hätte man früher nicht mal zum Brotzeitholen geschickt.“

Mit Entrüstung greift Schleich in der Folge zur Wasserflasche: „Lauwarmes Wasser für mich? Haben Sie Stoiber erwartet?“ Danach beschreibt er ein Archivbild: „Da sieht man mich bei der Überreichung des bayerischen Filmpreises an Margaret Thatcher. Für ihre Glanzrolle als Meryl Streep.“

Zum Schluss geht’s ums Geld: „Wulff, dieser lahme Gaul von Niedersachsen … Wer sich 500 000 Euro von einem Freund leihen muss, hat alles falsch gemacht. Zu meiner Zeit hat man diese Summen geschenkt bekommen!“

Christina Lewinsky

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