tz auf Streife mit der Polizei-Hundestaffel

Cox ist den Einbrechern auf der Spur

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Christoph Lipp (39) mit seinem Diensthund Cox (4).

München - Die Hundeführer der Münchner Polizei zu allen Tages- und Nachtzeiten in den Wohnsiedlungen in Stadt- und Landkreis unterwegs. Ihr Auftrag: Einbrecher abschrecken oder nach Möglichkeit auch dingfest machen.

Ist was passiert?“, fragt Hausbesitzer Wolfgang Lindner besorgt, als er Polizeikommissar Christoph Lipp (39) mit seinem Diensthund Cox (4) am Donnerstag im strömenden Regen durch die Allacher Siedlung laufen sieht. Nein, es ist nichts passiert. Und so soll es auch bleiben. Denn dafür sind die Hundeführer der Münchner Polizei zu allen Tages- und Nachtzeiten in den Wohnsiedlungen in Stadt- und Landkreis unterwegs. Oft in Uniform. Zuweilen aber auch in Zivil. Ihr Auftrag: Einbrecher abschrecken oder nach Möglichkeit auch dingfest machen.

„Ich bin sehr froh, dass Sie da sind.“ Anwohner Wolfgang Lindner aus Allach unterhält sich mit Hundeführer Christoph Lipp.

Seit zweieinhalb Jahren sind Christoph Lipp und Cox ein unzertrennliches Team. Der Hund lebt in der Familie, hat Lipps Leben total umgekrempelt. „Flug- und Tauchreisen finden nicht mehr statt. Wir schnorcheln jetzt in Kroatien.“ Und selbst da noch stürzt sich Cox von jeder Klippe – nur um Herrchen nahe zu sein. Intelligenz, Mut, Gehorsam, Fitness und bedingungsloses Vertrauen muss ein Hund mitbringen, damit er für den Polizeidienst taugt. Der Rest ist Training, Training und nochmal Training. Cox ist ein Spezialist für Rauschgift. Er findet geringste Mengen – egal ob im Lenkrad eines Autos, unter dem Müll in einer Messi-Wohnung oder in der Erde. Auch als Schutzhund hat sich Cox bewährt: Seine bloße Präsenz macht aus aggressiven Zeitgenossen brave Bürger. Er hat es immer wieder bewiesen bei Fußballeinsätzen, Demos und Festnahmen. Bei Einbruchsverdacht betritt er mit Christoph Lipp furchtlos dunkle Häuser oder Hallen. Eine Leine braucht er nicht. Ein kurzes Kommando, eine Kopfbewegung – und Cox steht da wie eine Eins, lässt sich abrufen, stürmt voran, nimmt eine Fährte auf oder kommt sofort zurück. Sollte er einen Einbrecher aufstöbern, würde er ihn laut bellend stellen und nur im Falle eines Angriffs beißen.

Cox und seine Kollegen sind auch trainiert darauf, weggeworfene Gegenstände zu finden Gesichtsmasken, Geldbeutel, Teile der Beute, Einbruchswerkzeug – alles, was Einbrecher auf der Flucht verlieren oder wegwerfen. Der Hund nimmt die Fährte auf von Gegenständen, die kürzlich von einem Menschen angefasst wurden. „Je kürzer sie dort lagen, desto stärker ist der Geruch.“ Findet Cox solch einen Gegenstand, legt er sich still hin oder zeigt mit weit vorgestreckter Nase, dass er etwas gefunden hat. Christoph Lipp nimmt die Fundstücke auf, steckt sie in einen Plastikbeutel und überlässt es seinen Kollegen, ob der Fund tatrelevant ist – oder auch nicht.

Bei Anwohnern wie Wolfgang Lindner sind die vierpfotigen Streifengänger hochwillkommen: „Ich bin sehr froh, dass Sie da sind.“ Cox, der Einbrecherschreck, wedelt fröhlich mit dem Schwanz und wartet auf seine Belohnung: Spielen bis zum Umfallen.

Die Hundestaffel der Münchner Polizei befindet sich in Allach in der Angerlohstraße. 54 Beamte und 46 Hunde arbeiten derzeit dort – 33 belgische Schäferhunde (Malinois), zehn deutsche Schäferhunde, ein Tervueren (Langhaar-Malinois) und zwei Mantrailer (Beagle und Schweißhund). Eine Schutzhund-Ausbildung bekommen alle außer der Mantrailer, dann kommt die Spezialausbildung auf Rauschgift und/oder den speziellen Duft von Banknoten (auch Falschgeld). Die anderen finden Sprengstoff oder Leichen bzw. Gegenstände, an denen Mikrospuren, Blut, etc. anhaften – oft dann noch, wenn Tatwaffen gewaschen wurden. Die Polizeihunde absolvierten im vergangenen Jahr 2355 Einsätze.

Dorita Plange

tz-Stichwort: Hundestaffel

Die Hundestaffel der Münchner Polizei befindet sich in Allach in der Angerlohstraße. 54 Beamte und 46 Hunde arbeiten derzeit dort – 33 belgische Schäferhunde (Malinois), zehn deutsche Schäferhunde, ein Tervueren (Langhaar-Malinois) und zwei Mantrailer (Beagle und Schweißhund). Eine Schutzhund-Ausbildung bekommen alle außer der Mantrailer, dann kommt die Spezialausbildung auf Rauschgift und/oder den speziellen Duft von Banknoten (auch Falschgeld). Die anderen finden Sprengstoff oder Leichen bzw. Gegenstände, an denen Mikrospuren, Blut, etc. anhaften – oft dann noch, wenn Tatwaffen gewaschen wurden. Die Polizeihunde absolvierten im vergangenen Jahr 2355 Einsätze.

Veronika Seifert

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